Windspiele und Skulpturen:
Verein sucht Nachwuchs
Zukunftssorgen plagen Kunstverein Travemünde – Ohne neue Vorstandsmitglieder endet das Projekt in fünf Jahren.

Eine der auffälligen Figuren der WindArt, hier am Fährhafen in Travemünde.Foto: Agentur 54°
Lübeck. Seit 2009 gibt es die WindArt in Travemünde. Mehr als 25 überwiegend kinetische Skulpturen sind mittlerweile im Seebad zu bewundern und bilden einen besonderen Kunstpfad. Jedes Jahr zum Saisonbeginn im Mai wird die WindArt auf dem Fährvorplatz mit neuen Kunstwerken eröffnet.

Hinter dem Projekt steht ein kleines Team des Vereins für Kunst und Kultur zu Travemünde (VKKT). Gegründet wurde der Verein einst von dem inzwischen verstorbenen Dr. Egon Schmitz-Hübsch in der Alten Vogtei.

Jedes Jahr beginnt die Suche nach neuen Künstlern mit Ausschreibungen in Kunstzeitschriften, zahlreichen Telefonaten und umfangreichen Recherchen im Internet. Schließlich sollen es nicht nur statische Skulpturen sein, sondern Kunstwerke, die sich munter im Wind des Ostseebades bewegen. Und die seien gar nicht so leicht zu finden – erst recht nicht, wenn sie für den öffentlichen Raum geeignet sein müssen, heißt es vom Verein.

Nach den Künstlern folgt die Suche nach Geldgebern. Mit seinen knapp 60 Mitgliedern und einem Jahresbeitrag von jeweils 20 Euro könne der Verein die Ausstellungen nicht allein finanzieren. Stiftungen, private Spender und auch die Hansestadt Lübeck unterstützen das Projekt deshalb nach Angaben des VKKT mit größeren und kleineren Beträgen.

Anschließend beginne die aufregendste Zeit: Welche Skulpturen werden für die neue Saison ausgewählt? Wo sollen sie stehen? Und wie lassen sich Transport und Aufbau organisieren? Die Künstler kommen aus ganz Deutschland, manchmal sogar aus dem Ausland. Den Höhepunkt bildet schließlich die feierliche Eröffnung der erweiterten WindArt mit Musik und zahlreichen Gästen.

Doch nicht immer läuft alles glatt. Manchmal gebe es auch traurige oder verärgerte Gesichter, wenn Skulpturen durch Vandalismus oder starken Wind beschädigt werden. Ans Aufgeben denke deshalb aber niemand. Die Kunstwerke würden repariert und blieben erhalten.

Ein anderer Umstand bereitet dem Vorstand allerdings große Sorgen: Wie in vielen anderen Vereinen ist auch beim VKKT die Nachfolge gefährdet. Bis 2029 würden fast alle Vorstandsmitglieder aus Altersgründen nicht mehr für ihre Aufgaben zur Verfügung stehen, teilt der Verein mit. Nachfolger seien bislang nicht in Sicht.

Deshalb werden Menschen gesucht, die Freude am Organisieren haben, sich für Kunst begeistern und gerne mit Künstlern ins Gespräch kommen. Wer Interesse hat, kann sich bei Marion Lemke-Stark unter Telefon 04502/844997 oder bei Fritz Toelsner unter 04502/307296 melden. Dort gibt es weitere Informationen zu den Aufgaben und Möglichkeiten, zunächst unverbindlich in die Vereinsarbeit hineinzuschnuppern.

Einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten des VKKT und die WindArt bietet die Internetseite www.kunst-kultur-travemuende.de.

Und wer die mehr als 25 Skulpturen noch nicht kennt, kann sie bei einem Spaziergang durch Travemünde entdecken.

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