Rund 20 Stunden pro Woche widmet die promovierte Medizinerin dem Ehrenamt. Die Motivation dazu liegt in ihrer Familie: „Mein Vater war Kommunalpolitiker und auf dem Land natürlich in der Freiwilligen Feuerwehr und im Schützenverein. Deswegen war von Kindheit an klar: Ehrenamt gehört dazu.“ Seit 1984 lebt sie in der Hansestadt. Über den Kindergottesdienst ihres Sohnes und den Domchor entstand eine enge Bindung zur Lübecker Domgemeinde. Heute leitet sie den Haushaltsausschuss, betreut Finanzen, Förderanträge und die Website.
„Ehrenamt ist eine große Chance, mit Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt die Fachärztin im Ruhestand. Es sei „immer beides: eine Ehre und ein Amt. Also eine Verpflichtung, die ich ernst nehme.“ Sie wirke mit großer Freude im Team: „Im Kleinen beim Stühlerücken oder wie im Großen bei der Sanierung der Domtürme.“
Beruflich leitete Schäfer lange den Ärztlichen Dienst der Rentenversicherung Nord. Komplexe Aufgaben zu koordinieren, gehörte zu ihrem Alltag. Davon profitierte auch das Projekt „Sieben Türme will ich sehen“, das sie von 2020 bis 2025 leitete. „Die Zusammenarbeit mit einem großartigen Team aus haupt- und ehrenamtlich Mitwirkenden war eine sehr bereichernde Erfahrung“, sagt sie rückblickend. Seit 2009 ist sie zudem Vorsitzende des Kirchengemeindeverbands Innenstadt.
Was sie antreibt, fasst sie in vier Wörtern zusammen: „Gestalten. Organisieren. Etwas bewegen.“ Ein Herzensanliegen ist ihr, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. „Wir erleben im Dom engagierte Konfirmanden und Teamer“, sagt Schäfer. „Um dieses Potenzial müssen wir noch viel intensiver werben und die jungen Menschen im partnerschaftlichen Miteinander dann einfach mal machen lassen.“
Bischöfin Kirsten Fehrs hat Dr. Cornelia Schäfer sowie dem Hamburger Prof. Andreas de Weerth, der ebenfalls geehrt wurde, die Medaille am vergangenen Sonnabend im Dom zu Lübeck verliehen. „Am Tag der Reformation standen zwei Menschen im Mittelpunkt unseres Dankes und unserer Hochachtung, die es mehr als verdient haben“, sagte Fehrs. „Sie sind ein Segen für unsere Kirche – und das darf bei aller Bescheidenheit nicht nur gesagt, sondern auch gefeiert werden.“