„Der Radweg soll komplett aufgebrochen, aller restlicher Asphalt entfernt werden, um dann eine Schottertragschicht zu profilieren und das Material AddaGrip als dünne Schicht oben aufzubringen“, erklärt die Stadtverwaltung auf LN-Anfrage: „So entsteht eine feste Oberfläche mit hohem Fahrkomfort und die Wurzeln erhalten trotzdem genügend Wasser und Luft. Daher besteht die Hoffnung, dass dieses Material nicht von den Wurzeln aufgebrochen wird.“ AddaGrip ist anders als Asphalt wasserdurchlässig.
„An der Untertrave wurden letztes Jahr ein paar Testflächen mit diesem Material erstellt“, erklärt die Verwaltung: „Derzeit läuft das Vergabeverfahren und der zuständige Bereich plant eine bauliche Umsetzung im Oktober.“ Vor Beginn der Baumaßnahme wird die Verwaltung die Öffentlichkeit über Details informieren.
Lübecks Verkehrs- und Baupolitikern gehen die Sanierung und der Ausbau der Radwege nicht schnell genug. Die Bürgerschaft hatte 2024 beschlossen, dass jedes Jahr 18,8 Millionen Euro dafür ausgegeben werden sollen. Nach Angaben der Verwaltung wurde das Ziel im vergangenen Jahr verfehlt und wird auch in diesem Jahr nicht erreicht.
„Es passiert zu wenig“, kritisiert Arne-Matz Ramcke (Grüne), „die Realisierungsquote entspricht nicht dem, was wir beschlossen haben.“ Ulrich Brock (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, vermisst bedeutende Radwege-Maßnahmen für 2027. Außer dem Radschnellweg und der Fertigstellung der Beckergrube könne er in dem Plan keine größere Baumaßnahme entdecken. „Wenn die Verwaltung die Millionen nicht ausgeben kann, dann muss sie begründen, warum es nicht geht“, fordert Sascha Luetkens (Linke).
„Wir brauchen Menschen, die diese Beschlüsse umsetzen“, rechtfertigt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) die ungenügende Umsetzung des Bürgerschaftsbeschlusses. Die Abteilung Urbane Mobilitätsprojekte innerhalb der Bauverwaltung sei seit 2020 von vier auf zehn Mitarbeitende erhöht worden. Aber das reicht nicht. „Es gibt insgesamt 15 Stellen in der Abteilung und zehn sind besetzt, fünf Stellen nicht“, sagt die Senatorin.
Die Besetzung sei schwierig, da kaum qualifizierte Bewerbungen eingingen. Die Verwaltung annonciert in sozialen Medien, setzt auf Werbung in den Bussen von Stadtwerke Lübeck Mobil und engagiert sogar Headhunter.