Auf dem Gelände stehen noch Gewächshäuser und ein Wirtschaftsgebäude, aber sie sind leer. Auf einer Rasenfläche wachsen Wildkräuter, und unter einem Apfelbaum liegt die Wiese voller Früchte. Peter Reuschs Cousin Günther und seine Frau Petra Reusch hatten den Betrieb noch einige Jahre betrieben, doch 2021 starb auch Günther Reusch und die Gärtnerei wurde geschlossen.
Erst vor einigen Monaten wurde das Areal zwischen Dornestraße und Moislinger Allee als Durchgang und Grünfläche für die Anwohner geöffnet. Den Weg gab es schon zu Zeiten der Gärtnerei.
Ein Platz im Grünen, an dem sich jeder kostenlos aufhalten kann, ist in diesem Quartier besonders willkommen: „St. Lorenz Süd ist der Lübecker Stadtteil mit den wenigsten öffentlichen Grünflächen“, sagt Oscar Meierkord, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Holstentor Süd. Das will er ändern.
2021 kaufte die Stadt das 6000 Quadratmeter große Gelände für rund 1,3 Millionen Euro.Die Initiative für den Antrag kam von der SPD, um das Areal für alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils zu öffnen. Nun lud die SPD Holstentor Süd zu einem Ortstermin auf dem Gelände.
Bei Kaffee und Kuchen erfahren etwa 40 Besucherinnen und Besucher, was hier geplant ist. Im Wirtschaftsgebäude bekommen die Azubis der Stadtgärtner ein eigenes Schulungshaus mit Übungsbeeten in den Gewächshäusern und im Freiland.
Die Azubis sollen das Gelände dann fortwährend gestalten, die Wege erneuern und Pflanzen setzen. Teiche und Bäume sollen das Gelände ökologisch aufwerten. Und für die Öffentlichkeit wird es eine Streuobstwiese, einen Tiny Forest und Urban Gardening geben.
Heinz Egleder vom Verein Hanse-Obst ist unter den Gästen. Er erinnert an das ökologische Engagement von Gärtner Günter Reusch und wünscht sich viele alte und regionale Baumsorten auf der Fläche.
Susanne Lütke-Niemann und Sven Niemann wohnen im Hansering und genießen es vor allem, dass sie hier mit ihrem Hund spazieren gehen können. Sie wünschen sich, dass der Durchgang auch abends geöffnet ist. Bisher wird er um 18 Uhr geschlossen.
Jutta Hastenrath freut sich auf einen Ort im Stadtteil, wo Menschen sich begegnen können. „Sitzplätze im Grünen wären toll“, sagt sie. Das sei in der Planung bisher leider nicht vorgesehen.
Wie belebt das Areal werden darf und ob es länger geöffnet wird, muss mit den direkten Anwohnern der Nachbargrundstücke abgesprochen werden, sagt SPD-Politiker Ulrich Pluschkell. „Wir wollen sie, aber auch die anderen Anwohnerinnen und Anwohner des Viertels einbeziehen“.
Wie es weitergeht, hängt auch vom Geld ab. „In der Haushaltssitzung im September wollen wir erst einmal 100.000 Euro für das Projekt einbringen und hoffen, dass wir die bekommen.“ Wie viel die Grünfläche insgesamt kostet und wann alles fertig wird, kann er bisher nicht sagen.
Im Herbst, sagt Pluschkell, soll es in der Lutherschule eine Informationsveranstaltung der Verwaltung zu dem Thema geben.