Party mit Paragraf
Wie laut darf’s sein, darf Spotify laufen, und was schreibt das Finanzamt vor?

Zwischen Nachtruhe, Gema und Finanzamt lauern beim Feiern mehr Fallstricke, als Gastgeber ahnen. Wer in der Region Lübeck, etwa im Landhaus Rosalie, im Waldhotel Riesebusch oder im Seeblick Restaurant Mölln, private Feiern und Betriebsfeste plant, sollte die wichtigsten Regeln kennen.

Wie laut darf privat gefeiert werden?

Die gesetzliche Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr gilt immer, auch bei Geburtstagen und Hochzeiten. Bei Ruhestörung drohen Bußgelder zwischen 100 und 5000 Euro. Eine feste Dezibelgrenze existiert nicht. Nachbarn vorab zu informieren fördert zwar die Toleranz, schützt im Ernstfall aber nicht vor einer Anzeige.

Gema und Musikrechte:
Darf Spotify laufen?

Bei privaten Feiern zählt die persönliche Verbindung. Im eigenen Garten wie in gemieteten Locations fällt keine Gema-Gebühr an, solange sich die Gäste kennen, wie etwa Familie und Freunde. Achtung beim Streaming: Ein privater Spotify-Account deckt rechtlich nur den privaten Gebrauch ab.

Betriebsfeiern gelten fast immer als öffentlich. In eigenen Räumen muss die Firma die Gema selbst anmelden. In gemieteten Locations ist Musik oft über den Vermieter abgedeckt, Nachfragen lohnt sich. Wer aber private Spotify-Playlists nutzt, riskiert eine Urheberrechtsverletzung. Die Gema fordert die Gebühren rückwirkend ein und erhebt einen 100-prozentigen Kontrollkosten-Zuschlag.

Was das Finanzamt bei
Betriebsfeiern vorschreibt

Der Fiskus erlaubt maximal zwei Firmenfeiern pro Jahr steuerfrei. Pro Mitarbeitendem gilt ein Freibetrag von 110 Euro brutto für Speisen, Getränke, Miete und Catering. Wird die Grenze überschritten, muss der Betrag darüber als geldwerter Vorteil versteuert werden, was der Arbeitgeber oft pauschal mit 25 Prozent übernehmen kann.

Tipp: Budgets von Begleitpersonen zählen zum Limit des jeweiligen Angestellten. Wird die 110-Euro-Grenze überschritten, entfällt sofort der gesamte Vorsteuerabzug für das komplette Fest. cs
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