Mit 45 PS durch den Süden Europas
Rallye-Team aus Gnissau startet im September mit VW „Winfried“ in ein neues Abenteuer –
European5000 führt den 33 Jahre alten Polo über hohe Berge und durch staubige Wüsten.

Ahrensbök. Die Teilnehmer durchqueren zehn Länder, legen 5000 Kilometer zurück, und dürfen weder Navigationssysteme noch Schnellstraßen nutzen. Die European5000 ist ein 14-tägiges Rallye-Abenteuer durch den Südwesten Europas. Mit am Start ist „Winfried“, der alte VW vom Rallye-Team Polo Power aus Gnissau bei Ahrensbök. Tanja Tralau und Lutz Peters freuen sich darauf, vom 4. bis 17. September große Herausforderungen zu meistern, neue Landstriche und die Menschen dort kennenzulernen.

„Das wird sicher wieder eine spannende Zeit, aber definitiv staubiger und heißer als zuletzt“, sagt Tanja Tralau wenige Wochen, bevor es losgeht. In den vergangenen beiden Jahren waren sie mit „Winfried“ (Baujahr 1991) bei der Viking-Snow und dem Baltic Sea Circle im Winter in Nordeuropa unterwegs. Bei den Rallyes ist nicht die Zeit das Wichtigste, es müssen vielmehr Aufgaben unterwegs gelöst werden. Der Start ist in Bad Aibling in Bayern. Es geht weiter über steile Bergpässe in den Dolomiten und durch die Lombardei.

Italien und die Alpen kennt Polo „Winfried“ noch von der Rallye Jupiters Flash 2023. „Wir werden zusammen wieder leiden, wenn der Wagen im ersten Gang die Berge hochjault. Aber der Polo schafft das. Was danach kommt, wird größtenteils Neuland für unseren Kleinen. Mal sehen, wie er sich mit den Franzosen und Spaniern versteht“, sagt die Rallye-Pilotin. Es seien ja viele Polos auf der iberischen Halbinsel gebaut worden, aber „Winfried“ komme aus Wolfsburg.

Die Tour geht entlang der Côte d’Azur, durch die Provence, über die Pyrenäen nach Barcelona und Valencia bis in die spanische Halbwüste Bardeñas Reales. Zurück führt der Weg für das Team Polo Power über Bordeaux die französische Atlantikküste rauf. „Es geht bis zu den Galliern, ehe vermutlich mit einem Abstecher nach Belgien oder Luxemburg die Fahrt zum Ziel an der Mosel bei Bernkastel-Kues führt“, erläutert die Ostholsteierin. Allerdings gebe es mehr Details für die Teilnehmenden erst später. Den ganz genauen Streckenverlauf erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erst, wenn sie am Beginn das Road-book in den Händen halten.

Bis sie zum Start runter in den Süden Deutschlands fahren, gab und gibt es für das Team noch einiges zu tun. Der Polo kommt frisch aus der Werkstatt. Das Auto mit der 1,0-Liter-Maschine und 45 Pferdestärken unter der Haube hat neue Bremsen, Reifen und einen Ölwechsel bekommen. Zur Vorbereitung kommt jetzt im August eine Gruppe von Rallye-Teilnehmenden für ein Wochenende bei Naumburg in Hessen zusammen.

Bei dem Treffen soll Winfrieds Langstreckentauglichkeit überprüft werden. „Kleinere Einsätze sind wir schon gefahren, mehr aber noch nicht wieder“, erklärt Tanja Tralau. Auch das Team im Cockpit muss sich vorbereiten. Lutz Peters kommt gerade von einem „Höhentrainingslager“ zurück. Er war auf Motorradtour durch das Pamirgebirge in Zentralasien, einer der höchsten Bergketten der Erde. „Ich selbst habe mich im Garten fit gehalten“, erzählt seine Partnerin mit einem Schmunzeln.

Die Vorfreude auf die Euro- pean5000 steigt. „Und das Beste ist, dass wir auch dieses Mal wieder die Startnummer 13 haben – ganz klar unsere Glückszahl“, betont Tanja Tralau. Bestandteil der Rallye ist auch das Sammeln von Spenden. „Winfried“ hat wieder ein Schiffchen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an Bord. Und Polo Power macht wieder eine Postkartenaktion von „on the Road“. Infos gibt es unter polopower.jimdofree.com mb



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