Vielfalt ist #unverhandelbar
Mit spontanen Trauungen und Demonstration feiert die Kirche den CSD in Lübeck.

Lübeck feiert den CSD – und die Kirche ist mittendrin: Pastorin Anne Mareike Müller, Diakon Tobias Knöller (Mitte) und ein Team aus Ehren- und Hauptamtlichen aus den Kirchengemeinden organisieren das Programm in und um St. Marien. Foto: Oliver Beck
Lübeck. Seit dem gestrigen Freitag, 14. August, und auch heute, Sonnabend, 15. August, hat der Christopher Street Day Lübeck in Regenbogenfarben getaucht. In diesem Jahr feiert auch die Evangelische Kirche Lübeck-Lauenburg mit. St. Marien wird dabei zu einem zentralen Ort: Hier hat der ökumenische Eröffnungsgottesdienst stattgefunden, Paare können sich spontan kirchlich trauen oder segnen lassen, und Menschen haben die Möglichkeit, einen persönlichen Segen zu empfangen – etwa im Rahmen einer Transition, eines Coming-Outs oder als stärkenden Zuspruch für ihren weiteren Lebensweg.

Buntes Zeichen gegen

Diskriminierung

Unter dem diesjährigen Motto „#unverhandelbar“ setzt der CSD Lübeck ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft immer stärker polarisiert ist, erleben queere Menschen wieder vermehrt Ausgrenzung und Anfeindungen – besonders im Internet. Als Kirche wollen wir dem etwas entgegensetzen. Wir möchten ein sichtbares Zeichen der Solidarität setzen und deutlich machen: Jeder Mensch ist von Gott geliebt und willkommen“, sagt Tobias Maximilian Knöller, Diakon bei der Servicestelle und Ritualagentur Segensreich.

Am heutigen Sonnabend beteiligt sich die Evangelische Kirche an der CSD-Demonstration. Treffpunkt ist um 11.45 Uhr am „Teufel“ vor St. Marien, der Demonstrationszug startet um 12 Uhr. Anschließend ist der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg mit einem Stand auf dem Straßenfest auf dem Markt vertreten. Ab 14 Uhr öffnet das Marienwerkhaus mit „Queer & Quiet“ als geschützter Rückzugsort. Interessierte finden dort Ruhe, Raum für Gespräche und seelsorgerliche Begleitung.

„Kirche und CSD

gehören zusammen”

Den Abschluss bildet ab 15.30 Uhr das Angebot „Queer Blessings – Segen für alle!“ in St. Marien. Paare können sich spontan kirchlich trauen oder sich segnen lassen, ohne den Bund der Ehe zu schließen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen persönlichen Segen zu empfangen – beispielsweise anlässlich eines Coming-Outs, einer Transition (Übergang) oder als stärkenden Zuspruch für den eigenen Lebensweg.

„Wir wollen zeigen, dass Kirche und CSD ganz selbstverständlich zusammengehören. Der Regenbogen ist schon in der Bibel ein Zeichen für Gottes Bund mit den Menschen, für Vielfalt und seinen Segen. Deshalb stehen wir als Kirche an der Seite queerer Menschen und feiern den CSD mit“, sagt Segensreich-Pastorin Anne Mareike Müller.

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