Die Kreuzung wird auf dem Bild als gigantische Asphaltfläche gezeigt – mit einem unübersichtlichen Gewirr an Fahrspuren. Bei der Darstellung des Kreisverkehrs ist deutlich mehr Grün neben den Fahrbahnen zu sehen. „Es ist sehr bedauerlich, dass seitens der Stadt im Vorfeld der Entscheidungen auf eine Visualisierung zur Illustration der Auswirkungen verzichtet wurde“, sagt Detlev Stolzenberg (Unabhängige), Mitinitiator der Initiative.
Das Lübecker Architekturforum hat die beiden Visualisierungen jetzt bei Instagram gepostet und damit eine Debatte losgetreten. „Bereits diese vereinfachten Darstellungen lassen die erheblichen stadträumlichen Auswirkungen der geplanten Umgestaltung erahnen“, schreibt der Verein. Das Architekturforum setzt sich seit Monaten für den Erhalt des Kreisverkehrs ein.
Der Post bei Instagram löst allerdings Widerspruch aus. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hat sich in die Debatte eingeschaltet. „Weder ist die Kreuzung so geplant, noch stimmen die Markierungen. Die digitalen Lichtsignale fehlen gänzlich. Und die Maßstäbe stimmen auch nicht“, schreibt der Verwaltungschef. Offenbar gehe es nur noch um Polarisierung.
„Die Darstellung übertreibt die Fläche der Kreuzung künstlich“, kommentiert Ulrich Brock (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, den Post. „Das ist nicht fair.“ Auf der Visualisierung des Kreisverkehrs sehe man zudem weder die Staus noch die Fahrradunfälle. „Der Kreisverkehr, wie er dort dargestellt wird, ist von der Straßenverkehrsbehörde nicht genehmigungsfähig“, schreibt Daniel Kerlin (FDP).
Bei den Usern, die nicht aus dem politischen Raum kommen, ist das Echo geteilt. „Ich bin absolut für die Kreuzung“, schreibt ein Nutzer. Kreisel seien nicht mehr „zukunftsgemäß“. „Der Kreisverkehr schlägt die Kreuzung in puncto Sicherheit, Verkehrsfluss und Kosten“, antwortet eine andere Userin.
Die Initiative will bis zum 24. August 8700 Unterschriften sammeln. Das Ziel ist es, den Bürgerschaftsbeschluss zu kippen. Er sieht vor, den Kreisverkehr zu einer Kreuzung umzubauen.