Wakenitz: Gefahren an unbewachte Badestellen
Vor zwei Wochen ist ein 24-Jähriger ertrunken in Lübeck ertrunken – Die DLRG warnt.

Die Falkenwiese ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Sonnenhungrige und Schwimmer.Foto: Lutz Roeßler
Lübeck. Ein Sprung in die Wakenitz ist für viele Lübeckerinnen und Lübecker der Beginn oder Abschluss eines schönen Sommertages. Oft geschieht dies abseits von offiziellen Badestellen. Das kann unter Umständen gefährlich werden. Darauf weisen Rettungskräfte hin.

Am Sonnabend, 11. Juli, ist ein 24-Jähriger an einer unbewachten Badestelle im Drägerpark ertrunken. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Marlibad – eins der vier beliebten Lübecker Flussschwimmbäder. Die genauen Umstände des tragischen Unglücks sind noch nicht bekannt.

Deutschlandweit
99 Badetote im Juni

Allein im Juni sind in Schleswig-Holstein vier Menschen ertrunken. Zum Vergleich: Im Juni 2025 gab es einen tödlichen Badeunfall. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt zur Vorsicht. Besonders gefährdet seien junge Männer. Deutschlandweit habe es im vergangenen Monat 99 Badetote gegeben.

„Über 90 Prozent der Todesopfer waren männlich, unter den jungen Leuten sogar alle“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Sie hat dafür eine mögliche Erklärung: „Junge Männer neigen eher zu riskanten Aktionen und Selbstüberschätzung.“

Wo in Lübeck
Schwimmen verboten istFür Lübeck gilt: In der Trave und im Kanal ist das Schwimmen grundsätzlich verboten. Teile der Wakenitz sind Naturschutzgebiet. Auch dort ist Baden untersagt. Dieses Verbot gilt für den Bereich der Wakenitz zwischen dem Ratzeburger See und dem Lübecker Stadtbezirk Eichholz. Einzige Ausnahme ist die Badestelle „Kleiner See“.
Die unbewachten Bereiche in der Nähe der beiden Naturbäder Falkenwiese und Marli liegen außerhalb des Naturschutzgebietes und sind beliebte Bade-Hotspots. Gleiches gilt für den Anleger an der Moltkebrücke. An diesen unbewachten Badestellen sollten Schwimmer aus mehreren Gründen jedoch besonders vorsichtig sein.

für Wassersportler schlecht zu sehen

Der wichtigste: Es gibt dort keine Aufsicht. Außerdem sind auch Ausflugsboote, Stand-up-Paddler, Kanus und Segler unterwegs, für die Schwimmer und Schwimmerinnen – insbesondere bei tief stehender Sonne – schlecht bis gar nicht zu sehen sind, erklärt Andreas Pawlowski, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Naturbäder Lübeck. Derzeit habe die Wakenitz aufgrund der fortgeschrittenen Algenbildung kaum Sichttiefe. Wer dort untergehe, sei schwer zu finden.

„Abends spielt oft auch Alkohol eine Rolle“, sagt Thomas Becker, Vorsitzender der DLRG Lübeck. Betrunken in die Wakenitz zu springen, sei lebensgefährlich: „Leider sinkt unter Alkoholeinfluss die Hemmschwelle genauso stark, wie die Selbstüberschätzung steigt.“

Speziell die Falkenwiese ist bei Familien mit kleinen Kindern beliebt. Diese sind jedoch nach Ansicht von Andreas Pawlowski im Naturbad Falkenwiese „deutlich besser aufgehoben“. Unbewachte Badestellen seien „prinzipiell nur etwas für geübte Schwimmer“. Ein zentrales Problem ist laut Pawlowski, dass „viele Kinder und Jugendliche nicht sicher schwimmen können und sich der Gefahren nicht bewusst sind“.

Sicherheit beim Baden:
Tipps der DLRGThomas Becker von der DLRG Lübeck rät, „nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen“. Schwimmer sollten außerdem nie überhitzt ins kühle Nass springen, sondern sich langsam abkühlen, nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen sowie Strömungen und unbekannte Gewässer meiden. Es gelte, die eigene Leistungsgrenze realistisch einzuschätzen. Zudem sollten Kinder immer beaufsichtigt werden, rät er. Generell sollte beim Baden umsichtig auf seine Mitmenschen geachtet werden. Beim Paddeln, Surfen oder Bootfahren sollte eine Schwimmweste getragen werden. Ebenfalls sinnvoll: genug Wasser trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen. und GRI
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