Am Sonnabend, 11. Juli, ist ein 24-Jähriger an einer unbewachten Badestelle im Drägerpark ertrunken. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Marlibad – eins der vier beliebten Lübecker Flussschwimmbäder. Die genauen Umstände des tragischen Unglücks sind noch nicht bekannt.
DeutschlandweitAllein im Juni sind in Schleswig-Holstein vier Menschen ertrunken. Zum Vergleich: Im Juni 2025 gab es einen tödlichen Badeunfall. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt zur Vorsicht. Besonders gefährdet seien junge Männer. Deutschlandweit habe es im vergangenen Monat 99 Badetote gegeben.
„Über 90 Prozent der Todesopfer waren männlich, unter den jungen Leuten sogar alle“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Sie hat dafür eine mögliche Erklärung: „Junge Männer neigen eher zu riskanten Aktionen und Selbstüberschätzung.“
Wo in Lübeckfür Wassersportler schlecht zu sehen
Der wichtigste: Es gibt dort keine Aufsicht. Außerdem sind auch Ausflugsboote, Stand-up-Paddler, Kanus und Segler unterwegs, für die Schwimmer und Schwimmerinnen – insbesondere bei tief stehender Sonne – schlecht bis gar nicht zu sehen sind, erklärt Andreas Pawlowski, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Naturbäder Lübeck. Derzeit habe die Wakenitz aufgrund der fortgeschrittenen Algenbildung kaum Sichttiefe. Wer dort untergehe, sei schwer zu finden.
„Abends spielt oft auch Alkohol eine Rolle“, sagt Thomas Becker, Vorsitzender der DLRG Lübeck. Betrunken in die Wakenitz zu springen, sei lebensgefährlich: „Leider sinkt unter Alkoholeinfluss die Hemmschwelle genauso stark, wie die Selbstüberschätzung steigt.“
Speziell die Falkenwiese ist bei Familien mit kleinen Kindern beliebt. Diese sind jedoch nach Ansicht von Andreas Pawlowski im Naturbad Falkenwiese „deutlich besser aufgehoben“. Unbewachte Badestellen seien „prinzipiell nur etwas für geübte Schwimmer“. Ein zentrales Problem ist laut Pawlowski, dass „viele Kinder und Jugendliche nicht sicher schwimmen können und sich der Gefahren nicht bewusst sind“.
Sicherheit beim Baden: