Lübecker Schwimmbäder treibendie Modernisierung voran
Energiekosten sollen durch Sanierung gedrückt werden – Neuer digitaler Seepferdchen-Kursus.

Die Lübecker Schwimmbäder – hier das Sportbad St. Lorenz – benötigen viel Wärme. Erneuerbare Energien sollen die Kosten drücken.Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck. Die Lübecker Schwimmbäder haben viel vor. Der neue Chef Andy Fröhler und sein Team schieben zahlreiche Vorhaben an, um Besucher zu gewinnen und die Bäder zu modernisieren. Dabei spielt auch das Digitale eine immer wichtigere Rolle.

So ist in Lübeck das Schwimmenlernen nun auch digital möglich. In der Kücknitzer Schwimmhalle haben die Lübecker Schwimmbäder ein Pilotprojekt gestartet. Dort gibt es einen Video-Seepferdchenkursus, den Kinder in Begleitung ihrer Eltern machen können. Erstellt wurde dieser vom finnischen Unternehmen Hydrohex. Lübeck ist erst der zweite Standort in ganz Deutschland, der diesen Kurs anbietet.

„Für viele Kinder sind Mama oder Papa die wichtigsten Lehrenden überhaupt“, sagt Andy Fröhler. „Mit der digitalen Schwimmschule erhalten Eltern eine professionelle Anleitung, um ihre Kinder sicher und mit Freude an das Schwimmen heranzuführen.“ Ein großer Bildschirm am Beckenrand führt durch die einzelnen Übungen. Bei den Kursterminen wird praktisch im Wasser geübt. Dazu gibt es Hausaufgaben. Immer mit dabei: Biber „Benni“ und seine Freunde, die die Familien durch das Programm begleiten.

Der Seepferdchen-Kursus (für Kinder ab fünf Jahren) hat zehn Einheiten à 45 Minuten. Nach Abschluss der Testphase im Schwimmbad Kücknitz planen die Lübecker Schwimmbäder, das Angebot nach den Sommerferien auch im Sportbad St. Lorenz einzuführen. Es findet zusätzlich zu den normalen Kursen statt. Die Lübecker Schwimmbäder bieten bereits mit Erfolg digitale Aquafitnesskurse an.

Doch digitale Schwimmkurse sind nicht die einzigen Vorhaben, die der städtische Eigenbetrieb auf den Weg bringt. Für zwei weitere Planungen haben die Politiker im Ausschuss für Schule und Sport jetzt den Weg freigemacht. Punkt eins: energetische Sanierung. Für dieses Jahr erwarten die Lübecker Schwimmbäder ein Minus in Höhe von 5,4 Millionen Euro. Ein großer Posten dabei sind die Energiekosten. Sie sollen mithilfe von Bundesmitteln gedrückt werden.

Berlin stellt im Rahmen des Programms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ Fördermittel in Höhe von 250 Millionen zur nachhaltigen Modernisierung bereit. Derzeit nutzen die Lübecker Schwimmbäder überwiegend Fernwärme und fossile Energieträger. Geplant ist ein standortübergreifendes Energieversorgungssystem mit Großwärmepumpen, Batteriespeichern und PVT-Kollektoren. Diese Anlagen sind eine Mischung aus Photovoltaik und thermischer Energiegewinnung.

Die Lübecker Schwimmbäder planen mit Investitionskosten in Höhe von knapp acht Millionen Euro. Drei Viertel davon kämen vom Bund, das letzte Viertel müsste Lübeck über Kredite bezahlen. Das würde den Wirtschaftsplan der Lübecker Schwimmbäder mit 259.000 Euro pro Jahr belasten. Allerdings rechnen die Lübecker Schwimmbäder mit Energieeinsparungen in Höhe von 429.000 Euro pro Jahr. Sollte der Bund die Mittel bereitstellen, soll die Modernisierung von 2027 bis 2030 umgesetzt werden.

Zudem wollen die Lübecker Schwimmbäder die Barrierefreiheit im Freibad Moisling verbessern. Ebenfalls mit der Unterstützung durch Bundesmittel soll dort ein barrierefreier Beckenzugang geschaffen werden. Dafür sollen unter anderem Rampen und taktile Elemente geschaffen werden. 720.000 Euro kostet das Vorhaben. Auch hier würde – ein Erfolg bei der Bewerbung vorausgesetzt – der Bund drei Viertel der Kosten tragen. Umsetzung: zwischen 2027 und 2030.

Andy Fröhler kündigte im Ausschuss eine weitere Innovation an. Sie ist nur klein, wird aber vermutlich große Aufmerksamkeit bekommen: Im Sportbad St. Lorenz soll ein Pommesautomat aufgestellt werden. Geplant ist das für den Herbst. und HVS
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