Bundesverkehrsminister Schniederbesucht die Fehmarnbelt-Baustelle
Im Oktober Treffen mit Vertretern Deutschlands und Dänemarks – Gruppe will zeitlichen Ablauf klären.

Das zweite Tunnelelement, das vor Dänemark abgesenkt werden soll, wird von den Spezialschiffen „Ivy1“ und „Ivy“ gehalten. Sobald die Wetterbedingungen stimmen, kann es losgehen.Foto: Manuel Büchner
Fehmarn. 40 Meter breit, fast 10 Meter hoch und vier riesige Röhren für Straße und Schiene. „Das ist beeindruckend“, sagt Signe Munk (SF). Die dänische Verkehrsministerin steht an diesem Mittag mit ihrem Berliner Amtskollegen Patrick Schnieder (CDU) vor dem deutschen Eingang zum Fehmarnbelttunnel. Beide scheinen fasziniert. Es riecht nach frischem Beton. Weit aus dem Inneren des Tunnels sind leise Baugeräusche zu vernehmen.

Während die beiden Minister die größte Baustelle Nordeuropas kennenlernen, gehen die Arbeiten an der Einfahrt in den 18 Kilometer langen Absenktunnel weiter. Schnieder und Munk betonen beide ausdrücklich die Bedeutung der festen Fehmarnbeltquerung für die Region von Hamburg bis nach Kopenhagen. Angesprochen auf Zeitplan und Kosten für den Bau des Belttunnels sowie der Schienenanbindung zwischen Fehmarn und Lübeck bleiben beide allerdings vage.

Der Bundesverkehrsminister betont, dass die deutsche Seite voll hinter dem Staatsvertrag stehe, und erklärt: „Wir arbeiten eng miteinander zusammen, damit wir die Ziele hier auch in zeitlicher Hinsicht verwirklichen können. Es gab in der Vergangenheit auf deutscher Seite, was die Schienenanbindung angeht, Verzögerungen im Ablauf.“ Und auch das Absenken der Tunnelelemente auf dänischer Seite gehe nicht so schnell voran wie ursprünglich geplant. Bislang wurde erst eines von 89 Elementen abgesenkt.

Statt konkrete Zeiten für Bau und Inbetriebnahme zu nennen, kündigt Schnieder ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern beider Regierungen im Oktober an. Dann solle klar kommuniziert werden, wie der zeitliche Ablauf aussehen werde. Zuvor müsse man noch einige spezielle Fragen klären.

Hier machte der
Minister Halt

Für Fragen ist keine Zeit. Die Fähre nach Dänemark wartet nicht. Der CDU-Politiker hat knapp fünf Stunden eingeplant für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Europas. Erst macht er einen Mini-Stop an der Baustelle der B207. Die Bundesstraße wird zwischen Heiligenhafen und Puttgarden vierspurig ausgebaut für den Anschluss des Fehmarnbelttunnels. Dann, nach dem eingangs erwähnten Schaulaufen am deutschen Tunnelportal bei Puttgarden, begeben sich Ministerin und Minister auf die Scandlines-Fähre nach Dänemark.

Mit Kleinbussen werden Schnieder und seine zahlreichen Begleiterinnen und Begleiter – darunter Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) und Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) – zur Tunnelfabrik auf der dänischen Belt-Seite bei Rødbyhavn gebracht.

Dort werden die Tunnelelemente gefertigt und später auf dem Grund der Ostsee zum 18 Kilometer langen Fehmarnbelttunnel zusammengesetzt. Mikkel Hemmingsen, Vorstandsvorsitzender von Sund & Bælt, dem dänischen Staatsunternehmen, zu dem Femern A/S gehört, erklärt den Gästen vor Ort: „Wir schaffen es, einen Kilometer Tunnel in neun Wochen zu produzieren.“ Aktuell habe man 16 von 79 Standard- und drei von zehn Spezialelementen fertig. Bemerkenswert ist: Während des Besuchs herrscht in der Halle absolute Ruhe. Die Arbeiten wurden extra für 30 Minuten unterbrochen.

Losgelöst davon bezeichnet Claus Ruhe Madsen (CDU) den Besuch als ein starkes Signal für die Region. Seit gut eineinhalb Jahrzehnten sei kein Bundesverkehrsminister mehr vor Ort gewesen. Insgesamt sei das Projekt verkehrlich eine große Herausforderung, aber auch eine fantastische Chance. „Jetzt müssen wir das alles, so gut es geht, über die Bühne bringen.“

Rückreise per Helikopter

Gegen 15 Uhr endet der Besuch des Bundesverkehrsministers. Während Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Madsen, Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und all die anderen Begleiterinnen und Begleiter mit der Fähre zurück nach Fehmarn fahren, steigt der Bundesverkehrsminister in einen Helikopter und fliegt davon. und BUE/SER

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