30 neue Elektrobusse
Lübecker Stadtwerke-Tochter baut ihre Flotte an elektrisch betriebenen Fahrzeugen kräftig aus.

Die „Neuen“ fahren mit Strom: In diesem Jahr wächst die Flotte an Elektrobussen der Stadtwerke Lübeck Mobil weiter. Fotos: Lutz Roessler
Lübeck. Bestellt sind sie schon länger, jetzt werden sie endlich ausgeliefert: Die Stadtwerke Lübeck Mobil vergrößern ihre Flotte an Elektrobussen in diesem Jahr um 30 auf 86 Fahrzeuge. Damit kommt das städtische Verkehrsunternehmen seinem Ziel ein großes Stück näher: Bis 2030 soll der Anteil elektrisch betriebener Busse auf mindestens 70 Prozent gesteigert werden.Der vor neun Jahren eingeschlagene Kurs zur Reduzierung von CO2-Emissionen durch die Stadtwerke-Busse werde konsequent fortgesetzt, kündigt die Geschäftsführung des Konzerns an. Finanziell ist das ein Kraftakt: Ein elektrischer Gelenkbus kostet mit rund 900.000 Euro gut das Doppelte von einem dieselgetriebenen.

Ohne Bundesförderung ist dieser Kraftakt kaum zu bewältigen. Unter der Ampel-Bundesregierung war die Förderung ausgesetzt worden, unter der schwarz-roten Bundesregierung wurde sie wieder aufgekommen.

Davon profitiert jetzt die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG), Tochtergesellschaft der Stadtwerke Lübeck Mobil. Im Februar dieses Jahres hat die LVG erstmals eine Bundesförderung für 14 E-Gelenkbusse in Höhe von 3,12 Millionen Euro erhalten. „Die Auslieferung der Fahrzeuge ist für 2027 und 2028 vorgesehen“, erklärt die Stadtwerke-Geschäftsführung.

Viel Geld braucht der kommunale Versorger auch für Investitionen in Energie, Netze und Wärme. Da kommt der positive Jahresabschluss 2025 gerade recht. „Die Stadtwerke Lübeck Gruppe kann das neunte Jahr in Folge ein positives Jahresergebnis vorweisen“, sagt Vorstandschef Jens Meier.

5,7 Millionen Euro Überschuss wurden 2025 erwirtschaftet. Damit die Stadtwerke die Energie- und Mobilitätswende finanzieren können, schießt die Hansestadt Kapital zu. Sieben Millionen Euro gibt es in diesem Jahr aus dem Stadtsäckel. Die Stadtwerke Lübeck Mobil erhalten zudem einen Zuschuss von fünf Millionen Euro.

„Die großen Infrastruktur- und Transformationsaufgaben stellen Städte und Kommunen vor erhebliche Herausforderungen“, erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). „Bewältigen können wir sie nur gemeinsam – im Zusammenspiel von Politik, kommunalen Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft.“ Weil die Stadtwerke Lübeck dabei eine zentrale Rolle spielen würden, „stärken wir sie auch gezielt mit Kapitaleinlagen“, sagt der Verwaltungschef.

Für die Wärmewende fühlt sich der kommunale Versorger gut aufgestellt. „Mit dem Solarthermiepark in Moisling wurde im April ein Leuchtturmprojekt für Schleswig-Holstein in Betrieb genommen“, teilt die Geschäftsführung mit. Zugleich treibe die Unternehmensgruppe gemeinsam mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL) die Planungen für die Abwasserwärmepumpe am Zentralklärwerk voran.

Für die Erzeugung von grünem Strom nennt die Geschäftsführung zwei Beispiele. In Travemünde wurden im Januar neue Photovoltaik-Anlagen auf Logistikhallen der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) ans Netz gebracht, und in Ostholstein soll in Kürze der Windpark Rohlsdorf in Betrieb gehen. „Bei der Digitalisierung wurden ebenfalls wichtige Fortschritte erzielt“, erklärt der Stadtwerke-Konzern. Die Stadtwerke öffnen ihre Glasfasernetze für Geschäftskunden von 1&1 Versatel. Zudem steigt der IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) bei der Stadtwerke-Tochter Lübeck Solutions ein. Im März dieses Jahres hat der Konzern außerdem sein erstes Rechenzentrum eröffnet.Damit soll Lübeck digital unabhängiger von den riesigen Techkonzernen aus den USA werden. und DOR



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