Erster Bauabschnitt bedeutet: Es soll auch noch einen zweiten geben. Er betrifft den Bereich zwischen Fünfhausen und Untertrave. Lübeck wird die dortige Umgestaltung nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Deswegen will sich die Stadt um Fördermittel des Bundes bemühen. Das Geld soll aus dem Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ kommen. Der Bauausschuss stimmte der Bewerbung einstimmig zu.
Beckergrube:Die Stadt hat bereits eine Vorplanung auf die Beine gestellt. Der zweite Bauabschnitt unterteilt sich in drei Bereiche: Ab dem Kreuzungsbereich Fünfhausen soll das Gestaltungskonzept mit viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität fortgeführt werden. Dort sollen eine zusätzliche Haltestelle für den ÖPNV, Lieferzonen sowie Sharing-Stationen für Autos, E-Scooter und Leihfahrräder entstehen.
Daran schließt sich der engere historische Teil bis zur Untertrave an. Dieser soll eine neue Oberflächengestaltung erhalten. Der letzte Bereich ist die Kreuzung Beckergrube/An der Untertrave. Dort soll unter anderem der Fuß- und Radverkehr zum Bahnhof, der durch die Stadtgrabenbrücke eine neue Verbindung erhalten hat, besser angebunden werden. Die Entsorgungsbetriebe Lübeck wollen zudem eine Filteranlage für Regenwasser installieren. Auch eine Trasse für Fernwärme unter der Fahrbahn ist möglich.
Die Stadt kalkuliert mit Kosten in Höhe von geschätzt acht Millionen Euro. Die Verwaltung hofft, bis zu 90 Prozent über Fördergeld in die Kasse zu bekommen. Wenn man noch Arbeiten einrechnet, die nicht förderfähig sind, müsste die Hansestadt im günstigsten Fall 1,25 Millionen Euro selbst aufbringen.
Fördergeld fürDas Bundesprogramm soll Maßnahmen fördern, die zur Bewältigung von Klimawandelfolgen wie Trockenheit, Hitze und ex-tremen Wetterereignissen beitragen. Diese Voraussetzung sieht die Stadt mit ihrem Konzept als erfüllt an. Kommunen können bis zum 30. Juni Vorschläge einreichen.
Der Umbau soll – ein Erfolg bei der Bewerbung vorausgesetzt – bis zum Jahr 2032 umgesetzt werden. Ab dann soll nämlich die Burgtorbrücke saniert werden. Die Arbeiten sollen keinesfalls parallel stattfinden. Die Stadt erwartet weniger Einschränkungen als beim aktuellen Bauabschnitt, da im Busverkehr nur die Linie 12 betroffen wäre. Das angrenzende Parkhaus St. Marien würde über die Strecke Burgtor und obere Beckergrube erreichbar bleiben. Die Erschließung über Holstenstraße und Schüsselbuden wäre eine zweite Möglichkeit, die derzeit erprobt wird.
Diese Probe hat ihre Ursache in der derzeitigen Sperrung der Kreuzung Beckergrube/Fünfhausen. Dort bauen die Entsorgungsbetriebe bis Mitte Juli einen Regenwasserkanal. Die Straße Fünfhausen und das dortige Parkhaus sind weiterhin erreichbar, aber Verkehrsteilnehmer müssen sich umstellen: Sie kommen über die Holstenstraße und die Straße Schüsselbuden in diesen Bereich. Die dortige Einbahnstraßenregelung ist aufgehoben.
„Eine erfolgreiche Innenstadt entsteht nicht durch Zufall, sondern durch klare Prioritäten“, sagt Dan Teschner, baupolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Die Erreichbarkeit sei dafür der entscheidende Faktor. „Es ist richtig und notwendig, dass unsere frühzeitigen Hinweise Wirkung gezeigt haben und die Planungen nun deutlich stärker auf funktionierende Verkehrswege ausgerichtet sind“, sagt er. Für die kommenden Planungsphasen sei es unverzichtbar, Gewerbetreibende sowie Anwohner eng einzubinden.