Bundespreis für Kücknitzer Schüler
Wettbewerb zur deutschen Einheit – Jugendliche mit Podcast zum Grenzbahnhof Herrnburg auf 3. Platz.

Schüler des Trave-Gymnasiums in Kücknitz wurden in Berlin für ihr Geschichtsprojekt geehrt.Foto: Trave-Gymnasium Lübeck
Lübeck. Es war eine Reise in die Vergangenheit – und die endete nun mit einer Reise nach Berlin. Schülerinnen und Schüler des Trave-Gymnasiums in Kücknitz feierten einen großen Erfolg: Die Gymnasiasten wurden in Berlin beim Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten – Deutschland im Wandel seit der Einheit“ ausgezeichnet. Mit ihrem Videopodcast „Signal auf Grün – Begegnungen am Gleis“ sicherten sich die Jugendlichen den dritten Platz und 500 Euro Preisgeld. Das Projekt beleuchtet die regionale Geschichte am ehemaligen Grenzbahnhof Herrnburg.

Ausgangspunkt der Recherche war eine Exkursion nach Schlagsdorf. Dort wurden die Schüler Phillip Hanhoff (16), Marla Drewes (17) und Liv Pamperin (18) aus der 11. Klasse auf die Historie der Grenze aufmerksam. Für ihren Podcast suchten sie einen Zeitzeugen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des ehemaligen Zöllners Manfred Krellenberg. Er berichtet von Begegnungen mit einem DDR-Grenzsoldaten und den Veränderungen rund um den Mauerfall. Diese persönlichen Erinnerungen verknüpften die Gymnasiasten mit historischen Fakten.

Erarbeitet wurde das Projekt von drei 16- bis 18-Jährigen der elften Jahrgangsstufe im Rahmen des Geschichtsunterrichts. Seit November arbeiteten sie an dem Vorhaben und führten das Zeitzeugengespräch sogar in ihren Weihnachtsferien in Lübeck.

Das Motto der Ausschreibung lautete „Neue Begegnungen“. Veranstaltet wird der Jugendwettbewerb gemeinsam von der Ostbeauftragten der Bundesregierung und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er findet regulär alle zwei Jahre statt, um junge Menschen zur Erforschung der Zeit nach der Friedlichen Revolution anzuregen. Der Wettbewerb fand zum vierten Mal statt.

„Die Geschichte des vereinten Deutschlands ist noch lange nicht auserzählt“, sagte Staatsministerin Elisabeth Kaiser. Das unbefangene Nachfragen der Jugend helfe, ein größeres Verständnis für die 1990er-Jahre zu entwickeln und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung, ergänzte: „Aufarbeitung braucht den Dialog – insbesondere zwischen den Generationen. Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Jugendliche im Gespräch Erinnerungen sichern.“

Die Konkurrenz für die jungen Leute des Trave-Gymnasiums war groß: Es wurden 307 Beiträge eingereicht – ein Rekord seit Bestehen des Wettbewerbs. Ausgezeichnet wurden am Ende 36 Projektgruppen mit über 200 Teilnehmern. Vergeben wurden insgesamt 29.500 Euro Preisgeld. und CBÜ
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