Outdoor-Küche: So gelingt das Projekt
Außenküchen liegen im Trend – Doch zwischen simpler Grillecke und hochwertiger Kochinsel liegen Welten bei Aufwand, Material und Kosten – Hier ein Überblick

Eine Outdoor-Küche will gut geplant sein, damit sie Austragungsort kulinarischer Gartenpartys werden kann.Fotos: FC, Mostovye S&S, Helmut Kuzina
Kaum werden die Abende länger, zieht es uns raus auf die Terrasse und in den Garten. Wer dort regelmäßig Freunde bewirtet, wünscht sich bald mehr als einen Grill in der Ecke, und zwar eine hochwertige Außenküche.

Vom Baumarkt-Modul bis

zur Profi-Kochinsel

Los geht’s bei Outdoor-Modulen aus dem Baumarkt. Diese lassen sich individuell erweitern und sind bereits ab wenigen hundert Euro zu haben. Eine Stufe darüber stehen modulare Systemküchen aus Edelstahl-Elementen mit Grillplatte, Spüle, Stauraum und optionalem Kühlschrank. Diese liegen meist im niedrigen vierstelligen Bereich. Die Königsklasse bildet die gemauerte Kochinsel aus Klinker oder Naturstein mit Premium-Geräten, die als Maßanfertigung schnell fünfstellig zu Buche schlägt.

Fundament und Anschlüsse gehören in Fachhände

Der sandige Boden in Ostholstein neigt unter Last zu Setzungen, die Risse und schiefe Arbeitsplatten verursachen. Gemauerte Lösungen brauchen daher ein frostfreies Fundament: Der Boden wird mindestens 80 Zentimeter tief ausgehoben, dann folgen Schotter-Drainage, Feuchtigkeitssperre und eine bewehrte Betonplatte aus Standardbeton. Leichte, modulare Systeme kommen auf verdichtetem Untergrund oder stabilen Natur- oder Betonplatten aus – das Aufstellen gelingt oft in Eigenregie, während Holz oder WPC nicht tragen. Sobald Spüle oder Kühlschrank dazukommen, gehören die Anschlüsse zwingend in Fachhände: Wasser zum SHK-Betrieb, die Elektrik zum Elektrofachbetrieb. Vorgeschrieben sind Erdkabel (NYY-J) in mindestens 60 Zentimeter Tiefe und ein eigener, per FI-Schutzschalter (30 mA) gesicherter Außenstromkreis. Passende Fachbetriebe aus der Region vermitteln die Handwerkskammer Lübeck (HWK Lübeck) sowie die Innungen der Kreishandwerkerschaft Lübeck (KHS Lübeck).

Küstenklima stellt besondere Ansprüche ans Material

Wer die Hauptwindrichtung am eigenen Grundstück beobachtet und die Outdoor-Küche in den Windschatten setzt, verhindert, dass Grillrauch zum Nachbarn oder in die Wohnräume zieht. Zudem fordert das hiesige salzhaltige Ostsee-Aerosol hochwertige Werkstoffe: Standard-Edelstahl läuft an und bildet Flugrost. Bei uns in der Region raten Profis daher zu seewasserbeständigem Edelstahl. Für Fronten und Platten bewähren sich zudem witterungsfeste HPL-Platten.

Baurecht und Winterschutz beachten

Nach der Landesbauordnung Schleswig-Holstein (LBO SH) sind Terrassenüberdachungen bis 30 Quadratmeter und drei Meter Tiefe und bei drei Meter Grenzabstand meist verfahrensfrei. Wer einen gemauerten Kamin plant, sollte hingegen eine Bauvoranfrage beim Bauamt in Lübeck oder Eutin stellen. Wie viel die Küche am Ende kostet, hängt stark von Größe, Ausstattung, Geräten und Eigenleistung ab. Fachbetriebe sind unverzichtbar.

Ist die Grillsaison wieder vorbei, muss die Outdoor-Küche winterfest gemacht werden. Das heißt Wasserleitungen absperren und mit Druckluft freipusten, ansonsten drohen Rohrbrüche. Zudem sollten alle Gasflaschen zugedreht und belüftet gelagert werden. Außerdem Kühlschränke abtauen und stromlos schalten und Edelstahlflächen und Scharniere mit Pflegeöl versiegeln und gut abdecken. Carsten Schmidt

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