er in Lübeck und Ostholstein den Schritt ins Eigenheim plant, muss im Sommer 2026 genau kalkulieren, wann sich ein Altbau oder Neubau wirtschaftlich rechnet. Der erste Blick beim Projekt Eigenheim geht in diesen Tagen unweigerlich auf die Bauzinsen. Nach den wilden Sprüngen der Vorjahre hat sich der Markt seit Anfang 2024 beruhigt: Bei einer zehnjährigen Zinsbindung verlangen die Banken im Schnitt 3,5 bis 4,1 Prozent.
Wer auf Energieeffizienz setzt, kann die monatliche Belastung direkt senken. Institute wie die Sparkasse zu Lübeck bieten eine Grüne Baufinanzierung mit einem Zinsrabatt von rund 0,10 Prozentpunkten für die Effizienzklassen A oder A+ an.
Teures Travemünde,
günstiges Moisling
Das größte Nadelöhr bleibt das Grundstück. Laut Daten des landesweiten Bodenrichtwertinformationssystems BORIS-SH liegen die Richtwerte in Lübeck derzeit bei 431 bis 647 Euro je Quadratmeter, während der Kreis Ostholstein mit 339 bis 508 Euro etwas günstiger ist.
Nach aktuellen Marktdaten des Immobilienportals Immowelt kosten Bestandswohnungen in Travemünde derzeit im Schnitt 6.174 Euro pro Quadratmeter, während Neubauprojekte die 7.000-Euro-Grenze oft überschreiten. Günstiger ist es in Moisling oder Kücknitz: Hier bewegen sich die Quadratmeterpreise für ältere Objekte im Schnitt zwischen 2.300 und 2.600 Euro.
Die 75-Prozent-Hürde
für Altbau-Liebhaber
Schlüsselfertige Einfamilienhäuser kosten heute laut Erhebungen des Verband Privater Bauherren (VPB) je nach Ausstattung zwischen 3.200 und 4.500 Euro je Quadratmeter, ohne Grundstück. Bestandsimmobilien liegen vielerorts bei der Hälfte, doch oft wird das, was beim Kauf gespart wird, durch einen Sanierungsstau wieder aufgefressen.
Um teuren Fehlkalkulationen vorzubeugen, raten Experten zur folgenden Faustregel: Erreichen die Sanierungskosten 75 Prozent eines vergleichbaren Neubaus, ist die Abrissbirne samt folgendem Neubau oft die wirtschaftlichere Variante.
Maximale Förderung mit
dem iSFP
Wer gebraucht kauft, übernimmt Pflichten aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das heißt, alte Heizungen müssen raus, das Dach gehört gedämmt, auch die Kellerrohre gehören isoliert. Nach zwei Jahren läuft die Frist ab, dann drohen Bußgelder.
Als Handreichung dient ein individueller Sanierungsfahrplan, bekannt unter dem Kürzel iSFP. Er teilt Baustellen in bezahlbare Schritte auf und sichert bei der Bundesförderung fünf Prozentpunkte Extra-Zuschuss für die Hüllendämmung. Zudem lockt die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) mit zinsgünstigen Darlehen.
Neubau vs. Sanierung: Die
finale Rechnung für die Region
Eine Sanierung lohnt sich, wenn die Lage den Ausschlag gibt, etwa in gewachsenen Wohnvierteln oder in exklusiver Küstennähe. Wegen der akuten Baulandverknappung ist der Bestand hier oft die einzige Option. Weist die Immobilie einen hohen Substanzwert auf und wird der Instandhaltungsrückstau schrittweise über Fördergelder abgebaut, kann das eine wertstabile, inflationsgeschützte Altersvorsorge sichern.
Ein Neubau lohnt sich, wenn sich im Umland noch ein bezahlbares Grundstück finden lässt. Moderne Technik nach dem Standard Effizienzhaus 40 senkt die Heizkosten dauerhaft auf ein Minimum und schützt vor unvorhersehbaren Überraschungen beim Umbau.
Unter dem Strich ist eine fundierte Beratung durch Finanzierungsexperten und Handwerksbetriebe für beide Wege der wichtigste Schritt, um sicherzustellen, dass der Weg ins Eigenheim langfristig Vermögen aufbaut.