Der Travemünder Ali Alam („Fraktion“) hält die derzeitigen Fährgebühren zum Priwall für zu hoch. Für Familien, Pendler und Touristen seien sie eine spürbare Belastung. Deswegen setzt er sich für eine kostenfreie Querung ein.
Wetterfest dieUnd die soll möglichst wetterfest und verlässlich sein. Deswegen beantragte der Politiker, dass die Stadtverwaltung einen Fußgängertunnel unter der Trave prüfen möge. Dieser biete „eine dauerhafte Alternative zum Fährbetrieb, reduziert Wartezeiten, vermeidet Umwege und ermöglicht eine barrierefreie Querung unabhängig von Schiffsverkehr oder Witterung“, heißt es in dem Antrag.
Ali Alam verweist auf vergleichbare Projekte wie den Rendsburger Fußgängertunnel oder den alten Elbtunnel auf St. Pauli. Solche Lösungen seien technisch bewährt, wirtschaftlich tragfähig und stadtentwicklerisch hochwirksam. Eine Fußgängermaut soll es nicht geben: „Ein Tunnel wäre keine Einnahmequelle, sondern eine Infrastrukturmaßnahme mit hohem volkswirtschaftlichem Nutzen.“
Seine Forderung: Die Stadtverwaltung soll bis zum 30. November eine Machbarkeits- und Kostenanalyse für einen Fußgängertunnel unter der Trave erstellen. Zudem möge die Stadt prüfen, ob die Fußgänger die Fähren kostenlos nutzen können.
Seilbahn vomzum Priwall
Der Antrag von Ali Alam erinnert an einen ähnlichen Vorstoß, den die FDP im September 2023 gemacht hatte. Die Liberalen wollten eine Seilbahn bauen, die vom Strandbahnhof über die Trave zum Priwall führt. Das Projekt hätte an die Londoner Seilbahn über die Themse erinnert. Sie verbindet die Stadtteile Greenwich und Docklands.
Das schwebende ÖPNV-Angebot in Travemünde sollte ebenfalls eine Alternative zum Fährverkehr sein. Kurze Bauzeit, wenig Flächenverbrauch und Zuschüsse vom Bund – so warb die FDP für ihr Vorhaben, die die Seilbahn zudem als touristische Attraktion sah. Trotz aller genannten Vorteile konnte sich keine andere Fraktion für das Projekt erwärmen. Der Wirtschaftsausschuss lehnte das Vorhaben seinerzeit ab.
Dem Fußgängertunnel erging es nicht besser. Es gab nicht einmal eine Debatte. In der Abstimmung waren nur die „Fraktion“ und die AfD dafür, alle anderen senkten den Daumen. Sogar die FDP.