Kahlschlag für den Naturschutz
Grünfläche an der B75 kurz vor Travemünde komplett abgeholzt.

So sieht die Grünfläche an der B75 kurz vor Travemünde aus.Foto: Michael Hollinde
Lübeck. Wer derzeit über die Bundesstraße 75 nach Travemünde fährt, traut seinen Augen kaum. Wo mal dichtes Grün wuchs, bietet sich nun Höhe Ortsteil Rönnau ein drastisches Bild: Die Fläche wirkt wie das Opfer eines rigorosen Kahlschlags, abgesägte Stümpfe lassen auf den ersten Blick eher an Zerstörung als an Naturschutz denken. Doch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) spricht von einer zwingend notwendigen Pflegemaßnahme, streng nach dem schleswig-holsteinischen Knickerlass. Das Hauptziel der Fachleute: Auf dem Areal darf auf Dauer kein normaler Wald entstehen. Laut LBV.SH ist ein solch radikales Auslichten alle zehn bis 15 Jahre nötig, um eine komplette „Verwaldung“ zu stoppen. Nur so kann sich eine unten dichte Gehölzstruktur bilden, die auch kleineren Sträuchern wieder Platz zur Ausbreitung lässt. Dies fördere die Biodiversität enorm, da eine Strauchlandschaft ganz anderen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet als ein klassischer Hochwald. Zudem gab es einen akuten Grund für die massiven Sägearbeiten: Ein zertifizierter Gutachter hatte festgestellt, dass etliche Bäume nicht mehr standsicher waren und auf die B75 zu stürzen drohten. Die Maßnahme diente also auch der Verkehrssicherheit. Von MHO
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