Stadt sperrt Schwanen-Nester ab
Maßnahme dient einer ruhigen Brutzeit – Passanten sollen auch zum eigenen Schutz Abstand halten.

Dieser Schwan lässt sich von dem Flatterband nicht aus der Ruhe bringen.Foto: Holger Kröger
Lübeck. Die Schwäne an der Wakenitz brüten jetzt unter dem Schutz der Lübecker Stadtverwaltung. Die Behörden haben zwei Schwanennester am Falkendamm mit Flatterband absperren lassen.

Wie viele Schwäne es im Stadtgebiet gibt, wird statistisch nicht erfasst. Aber auf der Lübecker Wakenitz scheinen sich die majestätischen Tiere besonders wohlzufühlen. Jedenfalls tummeln sich viele der Tiere auf dem Gewässer. Experten vermuten, dass die Schwäne die Wakenitz deshalb so mögen, weil sie hier durch die schnelle Verkrautung des Gewässers leicht an viel Nahrung kommen.

Deshalb brüten die Schwäne auch gerne in Wakenitznähe. Das jedoch kann schnell zu Problemen mit Spaziergängern führen. Denn diese kommen den Nestern der großen Wasservögel mitunter bedrohlich nahe.

Die Lübecker Stadtverwaltung hat zwei der Gelege direkt am Falkendamm nun mit Flatterbändern gesichert. Die Schwäne lassen sich von der ungewohnten Dekoration nicht aus der Ruhe bringen. Sie sitzen weiter auf ihren Eiern. Höckerschwäne legen ab Ende April zwischen acht und zehn Eier.

Frank Ziboll (62), Inhaber der nahe gelegenen Surfschule, stören die Tiere nicht: „Lass den mal da brüten, das ist doch was Schönes!“ Noch hat die Schule dort gar nicht geöffnet. Sollte das Schwanenpaar allerdings dauerhaft da brüten, würden sich die Sportler mit ihren SUP-Brettern einen anderen Einstieg an der Wakenitz suchen. „Das Ufer ist da doch lang genug, da reagieren wir total flexibel!“

An anderer Stelle zeigen Schwäne schon länger, dass sie sich von Spaziergängern kaum aus der Ruhe bringen lassen. Die brütenden Vögel an der Travemünder Nordermole sind Fußgängerverkehr offenbar gewöhnt. Seit Jahren sind die Tiere zur großen Freude der Travemünder und der Besucher hier ansässig.

Die Stadt erklärt, warum die Flatterbänder gespannt werden: „Die Absperrung erfolgt jedes Jahr durch den Bereich Stadtgrün und Verkehr sowohl an der Wakenitz als auch an der Trave in Travemünde.“ Die Maßnahme diene dazu, die Schwäne vor aufdringlichen Besuchern zu schützen und gleichzeitig dem Schutz der Neugierigen, denn Schwäne verteidigen ihre Nester in der Brutzeit sehr vehement und können Menschen dabei durchaus verletzen.

Für Passanten gelte: „Abstand halten! Ruhe gewähren“, schreibt die Stadtverwaltung. Wenn die Küken erst einmal geschlüpft sind, entspanne sich die Stimmung der Schwaneneltern wieder und die Absperrungen werden entfernt. und OP/NV
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