Gesundheits-tipp
Knieschmerzen: Was dahinter steckt und was hilft

Joerg Ortmann,Inhaber der Pinguin-Apotheken, gibt Gesundheits-Tipps.

Knieschmerzen können kurz- und langfristig sehr unangenehm sein. Von allen Gelenken des Körpers wird das Knie täglich am meisten belastet. Schon kleine Störungen können dabei spürbare Folgen haben. Knieschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparats und das über viele Altersgruppen hinweg.

Warum Knieschmerzen

so häufig sind

Als größtes Gelenk des Körpers verbindet das Knie Ober- und Unterschenkel. Es trägt den Großteil unseres Körpergewichts und muss beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen hohe Kräfte aushalten. Das kann auf Dauer belasten und macht das Knie besonders anfällig für Verschleiß (Arthrose).

Mit zunehmendem Alter nimmt das Gewebe nach und nach ab. Aber auch andere Auslöser wie Überlastung und Fehlbelastung durch Beruf, Sport oder Übergewicht spielen eine Rolle und resultieren oft in Kniebeschwerden.

Aufbau des Kniegelenks

einfach erklärt

Das Knie ist ein funktionell komplexes Dreh-Scharniergelenk, was bedeutet, dass es durch die Kombination aus Beugen, Strecken und kontrollierten Drehbewegungen eine vielseitige und zugleich stabile Mobilität ermöglicht.

Das Kniegelenk besteht dabei aus drei Teilgelenken:

■ dem inneren Gelenk auf der Innenseite des Knies

■ dem äußeren Gelenk auf der Außenseite des Knies

■ dem Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkel

Umliegende Strukturen wie Knorpel, Menisken, Bänder und Muskeln stabilisieren das Knie und bieten den notwendigen Schutz bei Belastung.

Knorpel wirken hierbei vor allem als Stoßdämpfer auf die Gelenkflächen und ermöglichen eine reibungsarme Bewegung. Bänder wiederum halten das Knie zusammen und dienen der Beweglichkeit beim täglichen Laufen, Sitzen und Stehen. Die Gelenkkapsel produziert Gelenkflüssigkeit, die den Knorpel ernährt und das Gelenk geschmeidig hält. Pro Knie gibt es zudem zwei Menisken. Sie verteilen den Druck und sorgen für notwendige Stabilität.

Wo das Knie schmerzt und was das bedeutet

Wenn Beschwerden am Knie auftreten, liefert die Schmerzstelle erste wichtige Hinweise.

Vordere Knieschmerzen treten oft im Bereich der Kniescheibe auf und können sich beim Treppensteigen oder längerem Sitzen bemerkbar machen. Einer der häufigsten Ursachen ist hier die Überlastung der Patellasehne. Daneben können auch Knorpelveränderungen hinter der Kniescheibe Schmerzen im vorderen Bereich auslösen.

Innere Knieschmerzen hingegen deuten häufig auf den Innenmeniskus oder das Innenband hin. Äußere Knieschmerzen stehen meist mit dem Außenband in Verbindung, und Schmerzen in der Kniekehle können unter anderem durch Zysten, Sehnenreizungen oder ausstrahlende Beschwerden entstehen.

Hinzu kommen begleitende Beschwerden wie Schwellung, Rötung oder Überwärmung, die ebenfalls ernst genommen werden sollten. Knacken oder Reiben im Gelenk sind außerdem oft ein Hinweis auf Knorpelveränderungen.

Was bei Knieschmerzen

helfen kann

Welche Maßnahmen gegen Knieschmerzen Sinn machen, hängt immer von der Ursache und Stärke der Beschwerden ab. Bei leichten Knieschmerzen hilft es, das Knie gezielt zu entlasten und dem Gelenk Zeit zur Erholung zu geben. Die PECH-Regel hat sich dabei als bewährte Orientierung etabliert:

■ Pause

■ Eis

■ Compression

■ Hochlagern

Ergänzend können schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel unterstützen. Bandagen geben dem Knie zusätzliche Stabilität, indem sie das Sicherheitsgefühl im Alltag verbessern.

Häufig kommt bei Kniebeschwerden aber auch eine Physiotherapie infrage. Ziel der Therapie ist die Reduktion von Schmerzen und Schwellungen, Bewegungsverbesserung und ein gezielter Muskelaufbau, wobei vor allem die Oberschenkelmuskulatur im Fokus steht.

Reichen konservative Maßnahmen jedoch nicht aus oder liegen bereits Strukturschäden wie Meniskus- oder Bandverletzungen vor, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden.

Wann zum Arzt?

Knieschmerzen sind ein wichtiges Warnsignal. Halten sie mehrere Tage an oder nehmen zu, sollte eine Abklärung beim Orthopäden erfolgen. Fieber oder starke Bewegungseinschränkung müssen dabei stets zeitnah ärztlich untersucht werden. Das gilt auch im Falle eines akuten Unfalls.

Gesunde Grüße aus den

Pinguin-Apotheken

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