Das diesjährige Brahms-Festival der Musikhochschule Lübeck (MHL) steht unter dem Motto „Freiheit!“. Studierende und Lehrende gestalten in 30 Konzerten und mit über 50 Ensembles eine Festivalwoche, die sich musikalisch mit unterschiedlichen Facetten von Freiheit auseinandersetzt. Spielstätten in ganz Lübeck werden dabei zur Bühne für ein Festival, das in der deutschen Hochschullandschaft als einzigartig gilt.
Vor 800 Jahren besiegelte Kaiser Friedrich II. mit der Reichsfreiheitsurkunde Lübecks Aufstieg zur „Königin der Hanse“: Selbstbestimmung und Autonomie wurden zur Triebfeder für wirtschaftlichen Aufschwung, Stabilität und Sicherheit – ein Anlass für die MHL, ihr diesjähriges Brahms-Festival der Freiheit zu widmen.
Sinfoniekonzert
mit Uraufführung
Das Festival bietet erneut ein breites Spektrum an Formaten: vom großen Sinfoniekonzert über zahlreiche Kammermusik- und Gesprächskonzerte bis hin zur Brahms Night Lounge. Rund 80 junge Musikerinnen und Musiker des MHL-Sinfonieorchesters eröffnen das Festival unter der Leitung der britischen Dirigentin Catherine Larsen-Maguire am Sonnabend, 2. Mai, ab 19.30 Uhr im Großen Saal der MHL: Auf dem Programm stehen Beethovens „Leonoren“-Ouvertüre Nr. 3, Johannes Brahms dritte Sinfonie sowie Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ mit Gitarrenprofessor Otto Tolonen als Solist. Außerdem erklingt mit „Ziehen“ eine preisgekrönte Uraufführung der MHL-Studentin Sarah Proske. Das Konzert wird am Sonntag, 3. Mai, ab 17 Uhr im Großen Saal der MHL wiederholt. Auszüge aus diesem Programm sind am Montag, 4. Mai, ab 10.30 Uhr im Schulkonzert „Fake News – War Beethoven eine Frau?“ im Rahmen des Kooperationsnetzwerks „Musik in der Schule“ (MusiS) zu erleben.Themenkonzerte
zum Festivalmotto
Verschiedene Themenkonzerte greifen das Festivalmotto unmittelbar auf wie beispielsweise die Lesung mit Musik „Er war schon längst daran gewöhnt, keinen eigenen Willen zu haben“ am Montag, 4. Mai, ab 17 Uhr, oder „Frei, aber einsam“, am Mittwoch, 6. Mai, ab 17 Uhr in der Villa Brahms. Zum Abschluss feiert das Abendkonzert „Spiel & Spaß“ das musikalische Spiel mit Werken von Mozart, Schumann, Kurtág, Cage und Gubaidulina. Das Konzert endet mit einer gemeinsamen Improvisation − der wohl höchsten Form musikalischer Freiheit.
Außergewöhnliche
Konzertorte
„Das Wispern der Freiheit“ heißt ein Wandelkonzert, bei dem MHL-Mitglieder am Donnerstag, 7. Mai, ab 17 Uhr erstmals die historischen Zimmer des Heiligen-Geist-Hospitals bespielen und an der Grenze des Hörbaren improvisieren. Da die Platzzahl begrenzt ist, ist hierfür eine Anmeldung erforderlich.
Fünf junge MHL-Ensembles widmen sich in den moderierten Lunchtime Concerts von Dienstag, 5., bis Sonnabend, 9. Mai, jeweils ab 12.30 Uhr im Museum Behnhaus Drägerhaus Beethovens späten Streichquartetten, mit denen der Komponist musikalische Konventionen seiner Zeit radikal hinter sich ließ und in die kompositorische Freiheit aufbrach.
Eine besondere Begegnung ist mitzuerleben beim Konzert „Die Freiheit zu singen“ am Dienstag, 5. Mai, ab 17 Uhr in der JVA Lübeck, bei dem Chöre der Justizvollzugsanstalt gemeinsam mit dem MHL-PopsChor auftreten. Da die Plätze begrenzt sind, ist hierfür eine Anmeldung erforderlich. Mit der „Spatial Audio Performance“ am Sonntag, 10. Mai, erwartet das Publikum ab 14 Uhr ein weiteres besonderes Klangerlebnis aus dem 360-Grad-Spatial Audio Lautsprechersystem an besonderem Ort: Klassiker der elektroakustischen Musik sind in der „Notenbank“ am Holstentorplatz zu hören, die die MHL dann erstmals für das Lübecker Publikum öffnet. Auch hierfür ist eine Anmeldung erforderlich.
Karten sind bei allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen sowie online unter www.mh-luebeck.de erhältlich. Auf der Festivalseite www.brahms-festival.de sind neben dem Gesamtprogramm auch die Anmeldung zu Veranstaltungen mit begrenzter Platzanzahl sowie das aktuelle Festival-Magazin mit vielen Infos rund um das Motto und die Konzerte zu finden.