Aus Sicht der Initiative habe es wichtige Gründe für dieses Votum gegeben. Eine räumlich gut verteilte Struktur, zu der auch der Wochenmarkt auf dem Brolingplatz gehöre, ermögliche es, Besorgungen auf kurzem Wege zu Fuß zu erledigen. Dies sei ein zukunftsfähiges Versorgungskonzept, das sowohl im Sinne des Klimaschutzes als auch im Sinne des Wohnkonzeptes Leben und Wohnen im Alter sei.
Ein Verbrauchermarkt mit 4100 Quadratmeter Nutzfläche richte sich jedoch an Kunden aus der ganzen Region. Das ziehe zusätzliche Verkehrsströme an. „Die Analyse der Bereiche Stadtplanung und Bauordnung bestätigt, dass von einer zunehmenden Verkehrsbelastung auszugehen wäre und ein so großer Verbrauchermarkt damit einer zukunftsorientierten städtebaulichen Zielsetzung zuwiderläuft“, schreibt die Initiative.
Insbesondere die Hauptverkehrsachsen An der Lohmühle, Fackenburger Allee und Schwartauer Allee seien schon jetzt überlastet. „Zusätzliche Schleichverkehre durch das Wohnquartier wären die Folge.“ Zudem befürchtet die Initiative, dass der Verbrauchermarkt Leerstände an anderer Stelle erzeuge.
Den Bürgern schwebt auf dem Schlachthofgelände Wohnnutzung mit Grünflächen, Café und Kita vor: „Auch die Initiative Brolingplatz und die Menschen im Quartier wären erleichtert, wenn endlich mit der Umsetzung einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Planung begonnen würde.“
Das Schlachthofgelände ist seit 20 Jahren ungenutzt. Das Unternehmen Kaufland will auf dem Areal außer dem Verbrauchermarkt 320 Wohnungen, eine Kita und Grünflächen realisieren. Die Bürgerschaft hatte in der vergangenen Woche einen Beschluss von 2019 aufgehoben, der eine Limitierung der Verkaufsfläche auf 3150 Quadratmeter vorgesehen hatte. Kaufland fordert 4100. Die Stadtverwaltung wäre gerne bei der kleineren Fläche geblieben. Auch das Lübeck Management hatte vor einer Ausweitung gewarnt.
Es wird noch Jahre dauern, bis die Bagger rollen. Denn zunächst muss ein neuer Bebauungsplan erarbeitet und von der Politik beschlossen werden.