Nach Katheterablation im UKSH nach Hause
Neues Therapiekonzept am Campus Lübeck etabliert.

Das Team der Klinik für Rhythmologie mit einem Patienten (Mitte), der am Tag der Behandlung nach Hause entlassen werden kann.Foto: UKSH
Lübeck. Bei Vorhofflimmern kann eine Katheterablation das Herz oft wieder in den richtigen Rhythmus bringen. In der Regel verbringen Patientinnen und Patienten danach mindestens eine Nacht zur Überwachung im Krankenhaus. Als erstes Herzzentrum in Deutschland hat die Klinik für Rhythmologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ein Therapiekonzept etabliert, dass es Patientinnen und Patienten erlaubt, noch am Tag des Eingriffs wieder zuhause zu sein – bei verbesserter Versorgungsqualität.

Same Day Discharge (SDD) nennt sich das Konzept – zu Deutsch: Entlassung am selben Tag. Um sie zu ermöglichen, wurden am Campus Lübeck klinische Strukturen gezielt neu ausgerichtet. Von der standardisierten Patientenaufklärung über die Vorbereitung, den Eingriff selbst bis zu Nachuntersuchungen wurden alle Abläufe überprüft und optimiert. „Ziel ist es, höchste Behandlungsqualität, maximale Sicherheit und eine patientenzen-trierte Versorgung zu vereinen“, sagt Klinikdirektor Prof. Roland Tilz. Bei einer Katheterablation veröden die Fachleute Gewebe im Herzen, das mit elektrischen Fehlimpulsen die Rhythmusstörung verursacht. Während des Eingriffs wird ein feiner Kunststoffschlauch über die Leistenvene eingeführt und vorsichtig bis zum Herzen vorgeschoben. Danach müssen Patientinnen und Patienten oft über mehrere Stunden einen Druckverband über der Leiste tragen. Stark verkürzt werden kann diese für die Behandelten unangenehme Zeit durch moderne Verschlusssysteme. „Eine Studie, die in Lübeck initiiert und durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass der Einsatz der Systeme zu einer schnelleren Mobilisation der Patientinnen und Patienten und einer rascheren Blutstillung führt“, sagt Dr. Sorin Stefan Popescu, Arzt der Klinik für Rhythmologie. Erste Studien belegen die Durchführbarkeit und Sicherheit des neuen Konzepts, das für Patientinnen und Patienten in der Regel das Prozedere komfortabler macht.

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