Rund 200 Menschen wohnen in dem Hochhaus im Forstmeisterweg in Karlshof. Einige von ihnen berichteten den Lübecker Nachrichten, dass die Heizung in dem Gebäude bereits Anfang Januar für mehrere Tage ausgefallen sei. Immer wieder käme es zu Rohrbrüchen, immer wieder fielen einzelne Heizkörper aus.
„Sozialer Skandal“
im Forstmeisterweg
In einem Artikel in den Lübecker Nachrichten vom 24. Januar erzählten Bewohner außerdem, dass es in ihren Wohnungen maximal 15 Grad warm würde – bei minus 2,5 Grad Außentemperatur. Von ihrem Vermieter fühlten sich viele im Stich gelassen. Die Lübecker Grünen sprachen von einem „sozialen Skandal“ und forderten die Stadtverwaltung auf, Druck auf den Vermieter auszuüben. Kritik ernteten die Grünen dafür von der Fraktion Linke & GAL: Den Grünen sei bekannt, dass es in der Stadtverwaltung keine entsprechende Stelle dafür gebe, sagte Fraktionschef Andreas Müller.
Die Stadt bestätigt: Die Anwendung des Wohnraumschutzgesetzes, das den rechtlichen Rahmen für entsprechende Maßnahmen gibt, könne wegen der dünnen Personaldecke nur bedingt geleistet werden. Die Schaffung einer solchen Stelle sei von den Grünen, der CDU sowie der FDP abgelehnt worden, ergänzt Andreas Müller.
Stadtverwaltung
begeht Hochhaus
Eine ganz ähnliche Diskussion gab es 2025 schon einmal. Monatelang hatten sich Mieter eines Wohnblockes in der Klipperstraße in Buntekuh über unhaltbare Zustände in dem Haus beklagt. Auch in der Klipperstraße hatte sich die Politik eingeschaltet. Die Fraktion der Linken hatte im Juli sogar geholfen, Sperrmüll, der in den Hausfluren lagerte, zu entsorgen. Anfang Dezember teilte die Stadtverwaltung schließlich mit, dass bei einer Begehung des Hauses keine Probleme festgestellt worden seien.
Auch das Haus im Forstmeisterweg hat sich die Stadtverwaltung nun angesehen. Am Montag in der vergangenen Woche fand eine Begehung des Komplexes statt. „Im Rahmen der Kontrolle wurde stichprobenartig die Heizung in den Wohnungen kontrolliert“, erklärt Nicole Dorel, Pressesprecherin der Hansestadt. Auch die Heizungszentrale sei begutachtet worden. „Eine Gefahrenlage konnte nicht festgestellt werden.“