Schleswig-Holstein.
Immer mehr Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein sind stark übergewichtig. Das zeigt der aktuelle Kinderatlas der Barmer Krankenkasse. 2024 waren rund 3,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre adipös – das sind etwa 13.000 Betroffene. Seit 2005 hat sich der Anteil mehr als verdoppelt. Besonders betroffen sind ältere Kinder: Bei den 13- und 14-jährigen Jungen liegt der Anteil der stark Übergewichtigen bei 7,2 Prozent, bei den gleichaltrigen Mädchen bei 4,9 Prozent. „Prävention ist entscheidend, um krankhaftes Übergewicht zu verhindern. Ein gesundes Gewicht und ausreichend Bewegung sind bereits in jungen Jahren wichtig, um langfristige Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, orthopädische Probleme oder Depressionen zu vermeiden“, sagt Dr. Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein. Riehl betont, dass Eltern eine wichtige Vorbildrolle spielen. Gleichzeitig brauche es politische Maßnahmen – etwa mehr Bewegungsangebote, gute Verpflegung in Kitas und Schulen sowie eine stärkere Gesundheits- und Ernährungsbildung. Kinder gelten als adipös, wenn ihr Body-Mass-Index (BMI) höher ist als bei 97 Prozent der Kinder gleichen Alters und Geschlechts.
Für Kinder gibt es keine festen Werte wie bei Erwachsenen, weil sie sich im Wachstum befinden. Erste Anlaufstelle ist die Kinder- oder Hausarztpraxis. Dort wird eingeschätzt, ob Handlungsbedarf besteht, Eltern entsprechend beraten und gegebenenfalls eine Behandlung empfohlen. Von selbst durchgeführten Diäten für Kinder wird abgeraten – es sei denn, sie sind ärztlich begleitet.