Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest sind in Schleswig-Holstein deutlich mehr Frauen (Anteil 5,35 Prozent der weiblichen Bevölkerung) als Männer (Anteil 1,15 Prozent) vom Knochenschwund, der sogenannten Osteoporose, betroffen. Eine beginnende Osteoporose bleibt häufig zunächst unerkannt. Erst wenn ein Mensch im Alter deutlich an Körpergröße verliert, werden die Symptome des Knochenschwundes erkennbar. Die damit einhergehenden typischen kleinen Brüche in den Wirbelkörpern der Wirbelsäule bemerken Betroffene häufig zunächst gar nicht. Erst in fortgeschrittenem Stadium machen sich diese etwa durch akut auftretende, anhaltende Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar. Oder wenn Knochen plötzlich ohne große Krafteinwirkung aus dem Nichts brechen.
Spätestens jedoch, wenn die Ärztin oder der Arzt einen Knochenbruch feststellt, für den es keine klare äußere Ursache gibt, steht der Verdacht auf Osteoporose im Raum. Mit einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) kann in solchen Fällen festgestellt werden, ob sich der Osteoporose-Verdacht bestätigt. Dann können verschreibungspflichtige Medikamente zum Einsatz kommen, die beispielsweise den Knochenabbau hemmen (Bisphosphonate) oder den Knochenaufbau fördern (Parathormon).
Wichtig zur Vermeidung von Osteoporose ist neben Bewegung eine Ernährung mit viel Kalzium und Vitamin D – auch vorbeugend. Täglich sollten dem Körper mindestens 1000 Milligramm Kalzium und 800IE Vitamin D zugeführt werden – bei Knochenschwund empfehlen Mediziner eine Tagesdosis von 1300 Milligramm Kalzium. Kalzium steckt in vielen Lebensmitteln. Dazu gehören vor allem fettarme Milchprodukte, Nüsse und Samen oder Grünkohl oder Brokkoli, Beeren, Kiwi und Trockenfrüchte, zudem Sojaprodukte und kalziumreiche Mineralwassersorten. Um die körpereigene Vitamin-D-Produktion anzukurbeln, wird natürliches Sonnenlicht mit ausreichend UVB-Strahlung benötigt. In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung allerdings nur im Sommer aus, im Winter kann Vitamin D über ein Präparat ergänzt werden. Weitere wichtige Informationen unter www.aok.de/pk/magazin/ Stichwort ‚Osteoporose‘.