Münchener Investoren haben am Glashüttenweg eine 70.000 Quadratmeter große Fläche erworben. Geplant ist ein knapp 40.000 Quadratmeter großer Lager- und Logistikneubau inklusive Büros und Sozialräumen. Die alte Industriebebauung auf dem Grundstück ist im vergangenen Jahr abgerissen worden.
Die Anwohner halten den Glashüttenweg für den falschen Standort für ein Logistikzentrum. Sie befürchten eine massive Zunahme des Verkehrs, haben Sorge um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und befürchten Lärm rund um die Uhr. Sie fordern einen Stopp des Vorhabens.
Der Runde Tisch rechnet mit mehr als 800 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag, die auf den Glashüttenweg zukommen – und auf die angrenzenden Kreuzungsbereiche zur Luisenstraße und zur Neuen Hafenstraße. „Ein solches Logistikzentrum funktioniert in dieser Sackgassenlage nicht“, sagte Manfred Prüß vom Runden Tisch. „Uns ist schleierhaft, wie das gehen soll.“ Der Investor spricht laut Stadt von 250 Fahrten pro Tag.
Die Anwohner haben kein Verständnis dafür, dass ein solches Logistikzentrum nicht dichter an der Autobahn entsteht – zum Beispiel im neuen Gewerbegebiet Semiramis. Manfred Prüß‘ Mitstreiterin Jana Lörken ergänzte, dass auch die Firma Senger am Glashüttenweg bauen wolle. Dieses Projekt werde ebenfalls Verkehr verursachen.
Hans-Peter Büge, der dritte Vertreter des Runden Tisches, verwies in diesem Zusammenhang auch auf die zusätzliche Belastung, die auf die Brücken zukomme. „Es wird eine Überlastung der Eric-Warburg-Brücke geben.“
Und er erinnerte daran, dass an der nahen Sandbergbrücke an der Travemünder Allee Bauarbeiten geplant seien – Verkehrsbehinderungen inklusive. Die Brücke soll entweder saniert oder der Bereich zu einer Kreuzung umgebaut werden. Eine politische Entscheidung steht noch aus.
Die Lübecker Stadtverwaltung hat wiederholt darauf verwiesen, dass sie nicht an den Planungen für das Logistikzentrum beteiligt sei und sie keine Möglichkeit habe, die Ansiedlung zu unterbinden. Für diesen Bereich am Glashüttenweg gebe es zwar keinen B-Plan, es handele sich aber faktisch um ein Industriegebiet. Bauanträge würden nach Recht und Gesetz geprüft und beschieden.
„Die Politik hat die Aufgabe, abzuwägen und Kompromisse zu finden“, sagte Henning Schumann, der als Stadtpräsident der höchste Repräsentant der Lübecker Bürgerschaft ist. Lübeck habe zu wenig Gewerbegebiete und müsse wachsen. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, Gewerbe zu unterstützen.“ Der Glashüttenweg sei immer Industriegebiet gewesen. „Deswegen haben wir jetzt das Problem.“ Wenn ein Vorhaben nicht zu verhindern sei, müsse man sehen, wie Kompromisse zum Beispiel beim Lärmschutz und beim Verkehr zu erreichen seien.
Der Runde Tisch kündigte an, die Petition auch an die Bürgerschaftsfraktionen zu schicken. Er fordert, dass das Thema Glashüttenweg auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt wird. Henning Schumann riet den Bürgern, sich eine Fraktion zu suchen, die ihr Anliegen unterstützt. Diese könne dann einen entsprechenden Antrag stellen. Alternativ hätten Betroffene auch die Möglichkeit, ihr Anliegen im Rahmen der Einwohnerfragestunde in der Bürgerschaft vorzutragen.