Parkplatz Leuchtenfeld in Travemünde: Passiert 2026 etwas? Politiker wollen Neugestaltung mit Grünflächen – Alter Bürgerschaftsbeschluss steht dem im Wege.
Mehrere Konzepte sehen vor, die Zahl der Parkplätze am Leuchtenfeld zu reduzieren.Foto: Timon RugeTravemünde. Wann wird das Travemünder Leuchtenfeld endlich zu einem Landschaftspark umgestaltet? Das hatten Politiker von Grünen und „Fraktion“ im September in der Bürgerschaft gefragt – und Druck gemacht. Seit vielen Jahren tue sich nichts bei dem Thema. Genau genommen seit Jahrzehnten, sagte Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff jetzt im Wirtschaftsausschuss.700.000 Euro Einnahmen pro Jahr
Laut Betreiber KWL stehen auf dem Leuchtenfeld 550, an der angrenzenden Trelleborgallee noch einmal 96 und am Leuchtturm 22 Parkplätze zur Verfügung. Hinzu kommen 20 Wohnmobilplätze. Zwölf Euro kostet ein Tagesticket für Pkw. Die Jahreseinnahmen belaufen sich auf 700.000 Euro. Es gibt zwei Bürgerschaftsbeschlüsse zum Leuchtenfeld:. einen von 2010 und einen von 2019. Und der jüngere blockiert ein Fortkommen sogar ungewollt.
Zwei Beschlüsse der Bürgerschaft
2010 hat die Lübecker Bürgerschaft einen Masterplan für Travemünde beschlossen. Er sah vor, die Zahl der Stellplätze rund ums Leuchtenfeld auf 450 zu reduzieren. Der Platz sollte mit Fahrtrassen hergerichtet, die restliche Fläche begrünt und beleuchtet werden. Zudem sollte ein Multifunktionsbereich für Sport und Spiel entstehen.
2019 hat die Bürgerschaft ein Mobilitätskonzept für Travemünde abgesegnet. Es sah ebenfalls vor, die Zahl der Parkplätze am Leuchtenfeld herunterzufahren. Die Bedingung: Es sollten stattdessen Parkpaletten am Godewind und am Lotsenberg gebaut werden. Am Godewind steht seit vergangenem Jahr ein Parkhaus mit 301 Plätzen. Von einem Parkhaus am Lotsenberg ist indes schon lange keine Rede mehr – aber ohne Parkhaus keine Umgestaltung.
Fokus auf Übernachtungsgästen„Die Frage ist: Wie viele Parkplätze brauchen wir überhaupt in Travemünde?“, fragte Axel Flasbarth, Co-Fraktionschef der Grünen. „Und wie wichtig sind uns die Tagestouristen?“ „Der Fokus liegt auf Übernachtungsgästen“, sagte Kurdirektor Uwe Kirchhoff. „Das soll aber natürlich nicht heißen, dass wir keine Tagesgäste wollen“, fügte Wirtschaftssenatorin Pia Steinrücke (SPD) hinzu. Die Parkplätze seien an einem Dutzend Tagen im Jahr voll, sagte Uwe Kirchhoff. Über das ganze Jahr betrachtet liege die Auslastung bei 30 Prozent. Die Anhebung der Parkgebühren habe keinen Rückgang auf dem Leuchtenfeld ausgelöst. „Die Leute fahren weiter dorthin.“ Dabei ist das Tagesticket am Godewind vier Euro günstiger. „Das Leuchtenfeld ist eine Cash Cow“, sagte der Kurdirektor.
„Lübecker sind auch Tagesgäste“, so Bernhard Simon (CDU). „Ich fahre mit dem Auto nach Travemünde und will da parken können.“ Es dürfe nicht weniger Parkplätze geben. Eine Umverteilung sei aus seiner Sicht aber denkbar.
Neue Entscheidungen notwendig„Im Moment sind wir in einer Sackgasse“, sagte Dagmar Hildebrand (CDU). „Ein neuer Beschluss der Bürgerschaft ist notwendig.“ Detlev Stolzenberg von der „Fraktion“ schlägt vor, zunächst gemeinsam eine Zielrichtung zu vereinbaren. „Es gibt viele weitere Konzepte für Travemünde. Wir sollten alles zusammentragen und dann wegschmeißen, was Blödsinn ist“, so Jochen Mauritz (CDU). „Wir werden 2026 hoffentlich mit dem Thema weiterkommen und Ihnen Handlungsmöglichkeiten geben“, sagte die Ausschussvorsitzende Heike Stegemann (FDP) zu Uwe Kirchhoff. und HVS