Student trotzt mildem Wetter mit Kunstwerk aus Eis
Nico Koschnitzki hat ein Iglu gebaut – Trotz des Tauwetters steht es stabil.

Nico Koschnitzki hat in Lübeck ein Iglu gebaut, das dem Tauwetter trotzt.
Lübeck. Es taut, der Schnee ist weg. Aber nicht im Garten von Nico Koschnitzkis Eltern. Dort hat der 29-jährige Student ein Iglu gebaut, das den aktuell milden Temperaturen trotzt. Die Schneekuppel ist etwa 1,20 Meter hoch und hat innen einen Durchmesser von rund 1,80 Metern. Bei zehn Grad minus hat der junge Mann sogar darin geschlafen. Nun hofft er, dass sein Iglu bis zur nächsten Kälteperiode durchhält.

„Ich bin ein Wintermensch, und wenn es taut, leide ich gerade ein bisschen“, sagt Nico Koschnitzki. Er trägt Mütze, Winterjacke, Jeans, dicke Schuhe und liegt lässig auf der Seite in seinem Iglu, das immer noch stabil auf der Terrasse seines Elternhauses steht. Licht scheint von oben durch das runde Fenster aus Eis und sickert sanft durch die unregelmäßigen Fugen der Schneekuppel. Etwa eine Woche lang hat er mit seinen Eltern und seiner Schwester an dem eisigen Kunstwerk gearbeitet. Sie haben Kunststoffkisten in verschiedenen Größen mit Schnee gefüllt und mit den Händen hineingepresst.

Dadurch entstanden Schneeklötze, die er zusätzlich mit eiskaltem Wasser übergoss. „Das Baumaterial haben wir nachts durchfrieren lassen und konnten es am nächsten Tag stapeln.“

Nach einer Woche Bauzeit ist Nico Koschnitzki eingezogen. Bei zehn Grad minus packte er seine Übernachtungssachen in die Schneekuppel. „Es war aufregend, auch wenn ich nicht in der Wildnis, sondern bei meinen Eltern auf der Terrasse geschlafen habe“, sagt er lachend. Die Herausforderung habe er genossen. In seiner Schneebehausung waren „nachts zum Glück null Grad“. „Durch die Körperwärme“, erklärt er.

Für seine Übernachtung wappnete er sich mit einer Luftmatratze, zwei Schlafsäcken, einer Decke, einer Mütze, dicken Socken, zwei Pullovern und einer Jogginghose. „Ich war immer mal wieder wach, aber von den acht Stunden im Iglu habe ich sechs geschlafen. Aufgeben war keine Option“, erzählt der junge Mann, der aber weder Fan von Abenteurer Reinhold Messner noch Outdoorfreak ist.

Nico Koschnitzki studiert Geografie, geht im Sommer gerne mal campen und im Winter Skifahren. Vielleicht fährt er in diesem Winter noch nach Norwegen. „Da hätte ich dann genug Schnee für ein neues Iglu“, meint er scherzend. Vor fünf Jahren hat er übrigens schon mal eins gebaut.

Damit sein aktuelles Bauwerk möglichst lange hält, deckt er es bei Regen mit Planen ab. Vielleicht übersteht es dann den Winter. „Außerdem soll es ja wieder kälter werden“, sagt er hoffnungsvoll. und KÜ
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