Ryde bietet jetzt auch E-Bikes an
Norwegische Firma verleiht seit Oktober 325 Elektro-Fahrräder in Lübeck –
Ausleihe kostet 18 Cent pro Minute.

Zwei der grünen Räder des norwegischen Anbieters Ryde stehen an Lübecks Puppenbrücke. Die E-Bikes sind an weiteren Standorten im Stadtgebiet zu finden und können per App ausgeliehen werden.Foto: Holger Kröger
Lübeck. Lübeck hat neue kleine Flitzer: Auf dem Weg vom Bahnhof zur Innenstadt stehen sie etwa an der Fahrradstation beim Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Lindenplatz, kurz vor der Puppenbrücke, und auch in der Innenstadt gehören die grünen Räder zum Stadtbild. Der norwegische Anbieter Ryde verleiht nicht nur Elektro-Roller, sondern neuerdings auch Elektro-Fahrräder. Die E-Scooter von Ryde können Lübeckerinnen und Lübecker schon seit April nutzen, seit Anfang Oktober kommen auch E-Bikes dazu. Die Resonanz der ersten Tage sei laut dem Unternehmen erfreulich. „Die E-Bikes werden bereits seit dem ersten Tag rege genutzt, viele Fahrten sind deutlich länger als typische Scooter-Fahrten“, sagt Ryde-Sprecher Peer-Arne Böttcher.

„Es handelt sich um Pedelecs mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h, also klassische E-Bikes, die ohne Führerschein und Helmpflicht gefahren werden dürfen.“ Die Räder seien fabrikneu und speziell für den Sharing-Einsatz entwickelt worden. Ryde ist nicht der erste Anbieter in Lübeck, der E-Roller und E-Bikes verleiht. Die schwedische Firma Voi ist ebenfalls vertreten, auch Lime-E-Scooter flitzen durch die Stadt. Elektro-Fahrräder bieten nach Angaben der Stadtwerke derzeit nur Ryde und Voi an. Die Anzahl ist reguliert– beide Unternehmen dürfen jeweils 325 Leihräder bereitstellen.

Für Ryde sind die Bedingungen in der Hansestadt trotz der anderen Anbieter offenbar ideal. „Lübeck hat einen klaren und fairen Rahmen für Sharing-Anbieter geschaffen: feste Zonen, Flottenobergrenzen, Abstellverbotszonen und Sharing-Stationen“, sagt Böttcher. „Genau in solchen regulierten Märkten fühlen wir uns wohl.“ „Wir arbeiten ausschließlich mit eigenen, fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vor Ort in Lübeck sitzen und die Fahrzeuge warten, umverteilen und laden“, sagt Böttcher. Die Hansestadt sei mit ihrer Altstadt und den Hochschulen für Mikromobilität ideal. Die Verbindung mit Bad Schwartau und Stockelsdorf mache das Angebot für Pendlerinnen und Pendler besonders attraktiv.

Dass Ryde nach einem halben Jahr mit E-Scootern nun auch E-Bikes anbieten dürfe, verstehe das Unternehmen als Vertrauensbeweis der Stadt. Das Ausleihen der E-Bikes laufe komplett über die Ryde-App: Dort könne man die Räder auf der Karte finden, den QR-Code scannen und losfahren. „Am Ende der Fahrt wird das Fahrzeug an einem erlaubten Ort abgestellt, in der Innenstadt an den dafür vorgesehenen Sharing-Stationen, und mit einem Foto des Abstellorts beendet“, sagt Böttcher. Abstellverbotszonen seien in der App hinterlegt, dort lasse sich eine Fahrt nicht beenden. Für E-Scooter und E-Bikes gelten die gleichen Tarife.

„Wir nehmen grundsätzlich keine Entsperrgebühr und aktuell 0,18 Euro pro Minute zuzüglich 0,09 Euro Versicherungsbeitrag pro Fahrt in Lübeck“, sagt Böttcher. „Neue Nutzer erhalten bei der Registrierung ein Startguthaben.“ Das Unternehmen hat in Lübeck offenbar noch viel vor. „Die Flotten werden zweimal jährlich zum 1. April und 1. Oktober neu verteilt“, sagt Böttcher. „Zur nächsten Runde im Frühjahr 2027 werden wir unseren Bedarf erneut anmelden.“ und HAN
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