Haupteingang der Kirchein Hohenstein ist saniert
Große Feier am 23. August: Dank lokaler Spenden konnte einiges instand gesetzt werden –
„Es ist viel passiert“, sagt Pastor Patrick Pulsfort.

Das Hauptportal strahlt in frischem Grün: Pastor Patrick Pulsfort steht vor dem sanierten Eingang der Hohensteiner Kirche. Das Holz der Tür war stark beschädigt.
Wangels. Besuch hatte sich in der Hohensteiner Kirche angekündigt – und zwar nicht einer wie jeder andere. Eine Metallrestauratorin aus Kiel, die über barocke Prunksärge aus Kupfer in Schleswig-Holstein promoviert, hatte sich bei Pastor Patrick Pulsfort gemeldet. „Für ihre Recherche wollte sie gerne in unsere Gruft.“ Doch bevor der Gast kam, wollte er im Vorwege mit Vertretern des Kirchengemeinderats einmal hinuntersteigen und nach dem Rechten schauen. „Dabei haben wir festgestellt, dass die verzierte Metalltür fast zusammenfällt.“

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde in Hohenstein (Gemeinde Wangels) kräftig saniert und repariert. Handwerker waren überall im Einsatz und haben neben der Tür zur Gruft auch den Haupteingang des Gotteshauses erneuert. „Es ist viel passiert“, sagt Pastor Patrick Pulsfort erfreut.

Die Gruft befindet sich unterhalb der Orgel. Hinter dem Eingang in der dunklen Kammer ist der Sarg von Lucia Henriette Gräfin von Holstein, geborene Blume, Erbfrau auf Farve und Neverstorf. Der Sarg und weiteres barockes Interieur wie Altar und Kanzel wurden aus dem vorherigen Kirchbau an der Stelle gerettet. Die Gräfin starb mit 58 Jahren im April 1772. Sie war mit Friedrich Conrad von Holstein-Holsteinborg (1704–1749) verheiratet. „Ein interessanter Zusammenhang ist, dass unser jährliches Zeltlager der Kirchengemeinde und des DRK Favre am Holsteinborger Noor im dänischen Bisserup stattfindet“, sagt der Pastor.

Die wichtigste Arbeit an der Kirche war aber die große Instandsetzung des Hauptportals. Nachdem im Vorjahr bereits der Nebeneingang erneuert werden konnte, wurden am zentralen Zugang zahlreiche Ausbesserungen vorgenommen. „Das Holz der Tür hatte einige Macken und war stark beschädigt. Es mussten ein paar Elemente komplett ersetzt werden“, sagt Patrick Pulsfort. Drei Tage lang hatte die Kirche nur eine provisorische Baustellentür, bis alles wieder gerichtet war und nun in neuem Glanz erstrahlt.

Das ist aber längst noch nicht alles. Auch der Saal im Gemeindehaus wurde renoviert. Dort gibt es zum ersten Mal auch eine Küchenzeile mit großem Kühlschrank, Herd und Backofen sowie einem Geschirrspüler mit Schnellfunktion. Wie der Pastor hervorhebt, sei gerade Letzteres dem Team des Kirchencafés besonders wichtig gewesen. Der Saal soll künftig auch anderen Vereinen und Gruppen zur Verfügung stehen.

Alles sei durch großzügige lokale Spenden finanziert worden, betont Pulsfort und erinnert beispielhaft an einen mittlerweile verstorbenen Mann aus der Gemeinde, der die Kirche in sein Herz geschlossen und eine große Summe gespendet habe. Er habe immer von „meinem Kirchlein“ gesprochen. Aus den finanziellen Mitteln sei einiges neu gemacht worden. Auch die Kapellentür soll damit wiederhergerichtet werden. Mit 261 Gemeindegliedern ist Hohenstein übrigens die kleinste Kirchengemeinde Ostholsteins. Die Kirche von 1840 samt Kapelle steht direkt an der B202.

Bereits zum Frühjahr wurden die Toiletten im Gemeindehaus kernsaniert. Mit Fördermitteln der Aktivregion Wagrien-Fehmarn wurde aus zwei schmalen WC-Kabinen ein großzügiger Raum mit barrierefreien Sanitäranlagen geschaffen. Auch die Zuwegung zum Gemeindehaus, die zuvor noch über eine Stufe verfügte, wurde mittlerweile barrierefrei umgestaltet.

Gefeiert werden sollen all diese Instandsetzungen am Sonntag, 23. August. Im Anschluss an den Gottesdienst um 9.30 Uhr mit Pastor Jens Motschmann ist ein ausgedehnter Kirchenkaffee geplant.

Und ein großes Projekt läuft derweil weiter. Ein Oldenburger Glasermeister restauriert derzeit historische, bleiverglaste Kirchenfenster für Hohenstein.und MB

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