Nur 343 Bürger
stimmten ab
Und dieses Votum ist eindeutig: 75 Prozent der Stimmen entfielen auf die Mastaufsatzleuchte „Richard“, 20 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten für „Gustav“. „Residenza“ landete mit fünf Prozent auf dem letzten Platz. Das Problem: Nur 343 Bürgerinnen und Bürger hatten sich an der Mitmach-Aktion beteiligt.Zudem sei diese Form der Meinungsbildung und Bürgerumfrage seitens der Verwaltung mit keinem politischen Gremium wie dem zuständigen Ausschuss für Bau-, Wege-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsangelegenheiten abgesprochen worden, erklärt dessen Vorsitzender Jürgen Redepenning.
„Das Ganze ist schon sehr unglücklich.“ Denn aufgrund vieler Umstände sei nun der Eindruck entstanden, dass sich die Kommunalpolitik ohne Rücksicht über die Stimmen der Bürger hinwegsetze. Dabei gebe es zahlreiche Argumente für die nun getroffene Entscheidung, die in der Umfrage nicht erwähnt worden seien, kritisiert Redepenning. „Abgefragt wurde nur die Optik. Andere Kriterien spielten keine Rolle.“
Schirmleuchten
sind 50 Prozent teurer
Dazu zähle beispielsweise, dass der Leuchtenkopf „Residenza“ und sehr ähnliche Lampenmodelle bereits am Lenter Platz, in der Hindenburgallee und an der Diekseepromenade zum Einsatz kommen. Die Bahnhofstraße verbinde diese Orte. Der Einsatz von 60 Leuchten dieser Art sei also auch ein gestalterisches Element mit einem gewissen Wiedererkennungswert für die zentrale Achse, erklärt Redepenning.
Aus ökologischer Sicht verfüge das bereits bewährte und ausgewählte Modell als einzige Lampe über ein sogenanntes Zero-Emissionslicht. Die patentierte Technik soll die Lichtabstrahlung nach oben verhindern und damit die Lichtverschmutzung minimieren.
Des Weiteren spreche der Kostenfaktor für den ausgewählten Lampentyp. So kostet die „Residenza“ pro Stück 453 Euro plus Mehrwertsteuer. „Richard“ und „Gustav“ sind rund 50 Prozent teurer. Bei 60 Leuchtköpfen lägen die Mehrkosten bei etwa 13.000 Euro, erläutert Redepenning.
Die Kommentare in den sozialen Netzwerken sind kontrovers. Die „von der Gemeindeverwaltung propagierte Bürgerbeteiligung betreffend Straßenlampen in Malente war löblich, aber leider überflüssig“, kritisiert eine Nutzerin.Bürgerbefragung sollte
Stimmungsbild erbringen
Viele Diskussionsteilnehmer gehen davon aus, dass die Entscheidung schon im Vorfeld getroffen worden sei. Andere wundern sich, dass die bereits feststehenden Preise in der vermeintlichen Bürgerbeteiligung nicht thematisiert worden seien. Bürgermeister Heiko Godow (CDU) betont, dass die Umfrage ein Stimmungsbild erbringen sollte, welche Leuchte als besonders hübsch empfunden werde. Dass auch andere Kriterien zur Entscheidungsfindung beitragen würden und letztlich der Planungsausschuss die Auswahl treffen würde, gehe sowohl aus der Beschreibung als auch aus dem Video zur Umfrage hervor.
Die 60 neuen stromsparenden LED-Leuchten, die nun ausgeschrieben werden können, sollen 84 alte Natrium-Dampf-Lampen in der Bahnhofstraße ersetzen.