Auf das für die Festspieltickets ausgegebene Geld warteten Karteninhaberinnen und -inhaber oftmals lange. Einige machten ihrem Unmut darüber in Internetforen Luft. Nun aber senden die Festspiele in der Angelegenheit ein positives Signal. „Das letzte Personal hört hier am 30. Juni auf“, sagte Festspiel-Geschäftsführer Falk Herzog. „Bis dahin muss das Kaufmännische abgewickelt sein.“
Kunden mussten
Geduld haben
Für Ticketbesitzer heißt das: Wer bereits einen Erstattungsantrag gestellt und noch kein Geld bekommen hat, kann im Laufe des Monats Juni mit der erwarteten Rückzahlung rechnen. Einige Kunden hatten gegenüber den LN angegeben, teils monatelang auf die Rückzahlungen gewartet zu haben. In Einzelfällen teilten Kartenbesitzer mit, die Erstattung bei den Festspielen in Form eines Mahnbescheids eingefordert zu haben.
Falk Herzog möchte den langwierigen Verlauf der Erstattungen nicht schönreden. Er bestätigt den Eingang von Mahnbescheiden, die umgehend beglichen worden seien, und sagt: „Es ist uns bewusst, dass die Rückerstattungen insgesamt zu lange gedauert haben. Wir waren und sind da in der Bringschuld und entschuldigen uns deswegen auch ausdrücklich.“
Nur eine Person
bearbeitete Anträge
In einer E-Mail, die noch nicht erstattete Kunden erhalten haben, geben die Festspiele an, den Arbeitsaufwand bei der Rückabwicklung des Vorverkaufs unterschätzt zu haben. Herzog hatte gegenüber den LN bereits Ende März erklärt, dass im Ticketshop nur noch eine Kollegin arbeite, die mit der Rückerstattung der gekauften Karten befasst sei.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Festspiele hatten keine konkrete Zusage erhalten, in den Plänen einer neuen, die Festspiele fortführenden gGmbH eine Rolle zu spielen. Viele von ihnen fanden daraufhin eine neue Anstellung und verließen die bisherige – und nach wie vor bestehende – Festspiel-Gesellschaft. Dadurch verblieben wenige Mitarbeiter, die Anträge und E-Mails beantworten konnten.
Nicht nur die Personallage in der Opernscheune habe die Erstattungen verzögert, berichtet Geschäftsführer Herzog. Er berichtet, dass bei den Festspielen zahlreiche Mehrfachanträge auf Erstattungen eingegangen seien. Diese hätten einzeln geprüft werden müssen, um doppelte Auszahlungen zu vermeiden.
Karten-Geschenke
wurden zum Problem
Wie das passieren konnte? In vielen Fällen hätten Personen eine Erstattung beantragt, die nicht Käufer der Karten gewesen seien. Das könne etwa dann vorkommen, wenn ein Käufer sein Ticket an eine andere Person verschenkt. Erstattungsberechtigt ist aber nur die Person, die den Kaufvertrag mit den Festspielen geschlossen hat.
Auf der Homepage der Festspiele können Ticketinhaber derzeit noch ein Formular ausfüllen, mit dem sie die Erstattung der Kosten beantragen. Kunden ohne Zugang zum Internet können das Formular auch zu den Öffnungszeiten der Konzertkasse in der Opernscheune erhalten und es ausgefüllt an die Festspiele zurücksenden.
Künftig wohl
zentrale Mail-Adresse
Diese Optionen stehen den Kunden nur noch für einige Zeit zur Verfügung. Wer sich etwa erst im Herbst um eine Erstattung seiner Festspieltickets für die Saison 2026 kümmere, werde zwar nach wie vor sein Geld zurückbekommen. Doch werde die Erstattung dann voraussichtlich über eine zentrale E-Mail-Adresse laufen, informiert Herzog.
Die Festspiele hatten die diesjährige Saison Mitte Januar abgesagt. Die Verantwortlichen des renommierten Opernfestivals hatten sich hinsichtlich einer Professionalisierung des Spielbetriebs nicht mit den Stadtvertretern einigen können. Auf der Seebühne sollen in diesem Sommer übergangsweise drei Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) stattfinden.