Der Eindruck, den Festspiele-Verantwortliche schnell nach dem Einbau gewannen: Die Stühle sind nicht für den Außenbereich geeignet. Bürgermeister Sven Radestock (Grüne) erklärte im Sommer 2024: „Die Stühle sind von unserem Baubereich nicht abgenommen worden.“ Die Stadt lasse sich anwaltlich beraten. Sie habe Geld für die Metallsitze – rund 500.000 Euro – einbehalten. Der damalige Bauamtsleiter bezeichnete sie als „Totalschaden“.
Christian Kuhlmann, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht aus Kiel, der die Stadt bei ihren Ansprüchen vertritt, war im jüngsten Hauptausschuss im nicht öffentlichen Teil zu Gast. Er bemerkte danach auf dem Flur: „Wenn man Stühle mit Korrosionsschutz bestellt und Stühle ohne Korrosionsschutz bekommt, ist die Sache doch klar.“
Die Stadt selbst äußert sich nicht dazu. Sprecherin Kerstin Stein-Schmidt erklärt lediglich: „Wir befinden uns in einem außergerichtlichen Mediationsverfahren, das durch einen Rechtsanwalt begleitet wird.“
Die Lage dürfte verzwickt sein: Die LN hatten schon im Sommer 2024 berichtet, dass für Traversen und Sockel auf der Tribüne eine Metallbaufirma zuständig gewesen ist, diese aber die Bestuhlung in Österreich zugekauft hat.
Ein Lichtblick für die Stadt: Die Stühle auf der Tribüne können von nun an ganzjährig dort bleiben. Die Denkmalschutzbehörde des Kreises Ostholstein hat einem Antrag der Stadt zugestimmt. Ursprünglich lautete eine Auflage, dass die Sitze jeweils nach der Saison abzubauen und einzulagern wären. Dies hätte erheblichen Aufwand und hohe Kosten bedeutet.
Bürgermeister Radestock informierte über diesen Sachstand im jüngsten Hauptausschuss. „Das hilft uns sehr für die weitere Planung von Veranstaltungen in diesem Sommer und darüber hinaus.“
Ein anderes Ärgernis soll in diesem Frühjahr – nach einer vorläufigen Lösung – behoben sein. Laut