Ein Kinderhospiz für Schleswig-Holstein
Verein „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ benötigt Geld, Grundstück und Mitstreiter – Gebäude in Pansdorf geplant

Der Vereinsvorsitzende Stephan Perner ist optimistisch und hofft das Projekt in fünf, sechs Jahren umzusetzen.Foto: Ser
Pansdorf. Stephan Perner will nicht mehr warten. Der Vorsitzende des Pansdorfer Vereins „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ und sein Team benötigen Geld, ein Grundstück und Mitstreiter für den Bau eines Kinderhospizes in Norddeutschland. Einen Entwurf des Gebäudes mit 15 Zimmern – in denen auch Angehörige Platz finden – gibt es seit Jahren.

Laut dem Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein ist die Zahl der Hospizplätze für Kinder in Schleswig-Holstein mehr als begrenzt: Lediglich in Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es ein stationäres Kinderhospiz – mit lediglich zwei stationären, reinen Kinderplätzen. Alternativ können Eltern ihre Kinder in der Hamburger Sternenbrücke begleiten. Der Verein „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ möchte, dass die Kinder im Hospiz die Möglichkeit haben, Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen, miteinander zu spielen, sich auszutauschen. „Wir merken in unseren Hospizgruppen, dass die unterschiedlichen Altersklassen gerne unter sich bleiben“, sagt Perner. Hinzu kommt, dass die Wege zum nächsten Kinderhospiz für viele Betroffene mit mehreren Stunden Fahrt verbunden sind.

Auch das soll sich mit dem Neubau ändern. Perner betont: „Das kann für das ganze Land interessant werden.“ Wo genau das Kinderhospiz gebaut werden könnte, ist unklar. Stephan Perner hofft, dass sich Städte, Gemeinden sowie Privatpersonen melden, die eine passende Fläche für das Projekt haben. Ob im Kreis Ostholstein oder in Lübeck, spiele dabei keine Rolle.

Aktuell wird die Gründung eines Fördervereins geprüft. „Wenn das der einzige Weg ist, um Spenden zu sammeln, benötigen wir einen Vorstand, müssen einen neuen Verein gründen und diesen eintragen lassen“, verdeutlicht Perner den Aufwand. Es könnte jedoch reichen, ein separates Spendenkonto einzurichten. „Wir gehen davon aus, alles zeitnah klären zu können. Anfang 2026 könnte es losgehen“, sagt er.

Die Initiatoren suchen derzeit Menschen, die sich für die Umsetzung des Projekts engagieren wollen. Der berufliche Hintergrund spiele dabei keine Rolle. „Ich kann das alleine nicht wuppen“, sagt Stephan Perner und ergänzt: „Es gibt schon eine Gruppe, die Interesse hat. Wir werden noch in diesem Jahr ausloten, wer was kann und sich wie einbringen könnte.“

Das Projekt könne in fünf bis sechs Jahren umgesetzt werden, äußert sich der Pansdorfer Vereinsvorsitzende optimistisch. Weiter erklärt er: „Ein stationäres Hospiz würde auch über die Krankenkassen finanziert werden. Es kann sein, dass wir unseren Verein dann in eine gGmbH umwandeln müssen.“

Die Idee, ein Kinderhospiz zu bauen, hängt direkt mit der Gründung des Vereins zusammen. „Die Gründer des Vereins haben selbst ein Kind verloren und wollten ein Kinderhospiz bauen, was am Ende leider nicht geklappt. Wir wollen das nun umsetzen“, sagt Perner.

Losgelöst von dem Kinderhospiz spielt der Verein „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ bereits jetzt eine wichtige Rolle bei der Trauerarbeit im Norden. Rund 30 Ehrenamtliche, davon 15 Aktive, kümmern sich unter anderem um verschiedene Trauergruppen in Pansdorf sowie auf Fehmarn. Hinzu kommt eine Kooperation mit einem Reiterhof, der tierbegleitete Trauerarbeit mit Pferden, Hunden, Schweinen sowie einem Esel ermöglicht, was insbesondere Kindern und Jugendlichen hilft.

Darüber hinaus ist der Verein in Schulen und Kindergärten präsent, präventiv und bei aktuellen Todesfällen. Hinzu kommt ein niederschwelliges Angebot in den Jugendzentren Neustadt, Heiligenhafen und Burg. „Wir wollen das bestehende Angebot ausbauen“, sagt Perner. und ser
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