Grömitz plant den Seebrückenvorplatz der Zukunft
Gestaltung mit leuchtenden Steinen – Umbau ab Herbst 2026 möglich – Baukosten von 2,5 Millionen Euro

Der Seebrückenvorplatz soll in 2026 und 2027 umgestaltet werden. Aktuell lädt er nicht zum Verweilen ein.foto: Tourismus-Service Grömitz
Grömitz. Tausende rote Backsteine bilden den Grömitzer Seebrückenvorplatz. Am Rand stehen zwölf schlichte Bänke mit weiß lackierter Sitzfläche. Abends leuchten Laternen mit vergilbten Hauben. Pflanzen und Bäume sind Mangelware. Verweilen wir hier kaum jemand. Noch. Der Tourismus-Service hat die Fläche ins Visier genommen und will sie in einen modernen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität umwandeln.

Erste Entwürfe zeigen, wie es in Zukunft zwischen der Seebrücke und den angrenzenden Restaurants aussehen soll. Tourismuschef Manfred Wohnrade zieht einen Zettel aus seiner Jackentasche. Auf dem Papier hat er sich Stichworte zu dem nächsten Grömitzer Großprojekt gemacht.

Er erläutert, dass die Promenade sowie der Seebrückenvorplatz in der jetzigen Form von 1997 bis 2000 gestaltet wurden. In späteren Jahren sei immer mal wieder über die Modernisierung der Fläche gesprochen worden. Richtig konkret wurde es im Februar 2025. „Da hatten wir eine Klausurtagung, an der die Gemeindevertretung sowie der Tourismusausschuss teilgenommen haben. Und genau dort haben wir darüber gesprochen, was die nächsten touristischen Ziele sind“, führt Manfred Wohnrade aus.

Anschließend rückte der Seebrückenvorplatz in den Fokus, und mittlerweile ist klar, wie einer der meistfrequentierten Orte in Grömitz bald aussehen könnte. Fest steht, dass ein neues Entree zur Seebrücke geschaffen und die Aufenthaltsqualität erhöht wird.

Um eben dies zu erreichen, sollen mehr Sitzgelegenheiten installiert und neue Bepflanzungen integriert werden, die sich an der Gestaltung des Dünenparks orientieren. Hinzu kommt ein Wasserspiel in Form der Grömitzer Sonne – dem Markenzeichen. „Dieses soll aus phosphoreszierenden Steinen gebaut werden, die sich tagsüber durch die Sonne aufladen und nachts leuchten“, sagt Wohnrade.

Darüber hinaus soll die Strandpromenade beidseitig vom Seebrückenplatz aus bis zum ersten Rondell um zwei bis drei Meter erweitert werden. Sprich, ein Stück des Strandes soll umgewandelt werden.

Manfred Wohnrade betont, dass die bestehende Hochwasserschutzmauer nicht entfernt wird. Stattdessen soll das Bauwerk mit Holz verkleidet und so zu einer großen Sitzfläche verändert werden. Auch ist geplant, die Mauer an vier Stellen zu öffnen und eben diese Öffnungen im Falle eines Hochwassers mit mobilen Schotten zu sichern.

Weiterhin ist bereits beschlossen, dass auch auf dem neuen Seebrückenvorplatz Veranstaltungen stattfinden sollen. Ebenfalls soll der Rasende Benno, eine Bimmelbahn, auch nach der Neugestaltung auf dem Platz wenden können.

Stellt sich die Frage, wie schnell das Projekt umgesetzt werden kann? Manfred Wohnrade erläutert, dass das Vorhaben bereits im Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein vorgestellt worden sei. Auch habe man einen Fördermittelantrag eingereicht.

Läuft alles glatt, könnte das Land 70 Prozent der Gesamtkosten übernehmen. Der Tourismus-Service geht von insgesamt 2,5 Millionen Euro aus, die benötigt werden. „Im besten Fall können wir ab Herbst 2026 bauen“, sagt Wohnrade.

Wie schnell dann alles fertig ist, werde noch geplant. Möglich sei, die Arbeiten auf zwei Abschnitte zu verteilen, um während der Saison keine Großbaustelle vor den ansässigen Restaurants zu haben. Jedoch ist der Tourismuschef sicher, dass auch die Betriebe von einem neuen Seebrückenvorplatz profitieren. „Viele Menschen werden sich dort aufhalten und nicht nur vorbeigehen“, sagt er. und ser
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