Auf dem Areal an der Doktor-Gildemeister-Straße in Gleschendorf stehen die einzelnen Container schon an ihrem Platz. Drumherum türmen sich aber noch die Erdhaufen, das Gelände gleicht einem riesigen Sandkasten. Schuld für die Verzögerung sind laut Schäfer die eisigen Temperaturen zu Beginn der Bauphase im Februar. „Aufgrund des strengen Winters sind die Tiefbauarbeiten nicht vorangekommen“, erklärt die Verwaltungschefin.
Fehler in der
Bauleitplanung
Zudem kam ein Fehler in der Bauleitplanung hinzu. Eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises für das Durchbrechen eines Knicks fehlte. Dieser Verfahrensfehler hätte den Bebauungsplan unwirksam werden lassen. Seit Ende Juni liegt die Genehmigung für den Knickdurchbruch vor, sodass die Mitglieder des Bauausschusses in einer Sitzung die Aufhebung und die Neuaufstellung des Bebauungsplans beschließen konnten. Für Schäfer sorgte dieser Fehler nicht für Unruhe. Sie betont, dass diese Formalität in der Bauleitplanung den Bau nicht verzögert habe.
Die Bürgermeisterin setzt nun auf eine Eröffnung des 2,4 Millionen Euro teuren Modulbaus mit Platz für drei Gruppen noch in diesem Jahr. „Wir sind just in time. Wir hoffen, dass wir zum Jahresende fertig sind”, sagt sie. Bis dahin soll auch ein Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Das soll klären, wer die Trägerschaft der Kita übernimmt. Das Kitawerk des Kirchenkreises Ostholstein, das im Ort die Kita Villa Kunterbunt betreibt, hatte Anfang des Jahres erklärt, dass es sich einen weiteren Betrieb in Gleschendorf vorstellen könne.
Bis heute hat sich an dieser Einstellung nichts geändert. „Grundsätzlich ist unsere Zusammenarbeit mit der Gemeinde Scharbeutz weiterhin sehr gut und wir können uns immer noch vorstellen, eine größere beziehungsweise neue Kita in Gleschendorf zu betreiben“, sagt Kitawerk-Geschäftsführerin Silja Wietstock.
Neuer Träger für die
Rappelkiste gesucht
Aber nicht nur für die neue Kita in Gleschendorf wird ein Träger gesucht. Auch für die Rappelkiste in Pönitz mit 90 Kindern benötigt die Gemeinde bis zum 1. März 2027 einen Interessenten. Die Montessori gGmbH hat die Trägerschaft zum 28. Februar 2027 gekündigt. Nach der umstrittenen Aufgabe des Montessori-Kinderhauses Kinderspiel in Eutin-Fissau zieht sich das Unternehmen mit der Kündigung in Pönitz nun komplett aus Ostholstein zurück. „Die Entscheidung hat rein unternehmerische Gründe. Wir konzentrieren uns in Zukunft auf unsere acht Kitas im Herzogtum Lauenburg“, erklärt Andreas Hagenkötter, Geschäftsführer von Montessori Nord.Das Interessenbekundungsverfahren für Pönitz wurde bereits der Politik vorgelegt und soll nach der Gemeinderatssitzung anlaufen. Sowohl die Rappelkiste als auch die neue Kita werden dringend benötigt. Vor allem der Bau in Gleschendorf soll den Bedarf an Kita-Plätzen in der Gemeinde decken. Aktuell sind 48 Kinder auf der Warteliste, weitere 75 Kinder sind in Nachbargemeinden untergekommen. Während in anderen Gemeinden Großprojekte auf Eis gelegt werden, weil der Bedarf nicht vorhanden ist, läuft Scharbeutz die Zeit davon. Schäfer: „Wir haben einen deutlichen Bedarf.“