Riester geht, das Depot kommt
Ab 2027 kommt das neue Altersvorsorgedepot: Was das für Ihren alten Riester-Vertrag bedeutet, wie viel der Staat zuschießt und wie Kinder profitieren

Vielleicht liegt bei Ihnen zu Hause auch so ein Ordner mit einem Riester-Vertrag, den Sie vor 20 Jahren abgeschlossen haben. Dann haben Sie sicherlich mitbekommen, dass Riester abgeschafft wird, und fragen sich, was nun aus Ihrem Geld wird. Die gute Nachricht: Ihr Vertrag läuft weiter wie bisher, abgeschafft wird nur das Neugeschäft. Heißt: Ab 1. Januar 2027 bekommen Sie keinen Riester-Vertrag mehr, sondern das neue Altersvorsorgedepot.So funktioniert das
Altersvorsorgedepot

Stellen Sie es sich wie ein Sparbuch vor, in das Sie jeden Monat einzahlen. Der Unterschied liegt darin, was Ihr Geld dort tut. Auf dem Sparbuch leihen Sie es der Bank und erhalten dafür Zinsen. Im Depot kaufen Sie davon kleine Anteile an Unternehmen und sind an deren Gewinnen beteiligt. Damit nicht alles an einer einzigen Firma hängt, kauft die Bank Anteile an mehreren hundert Unternehmen gleichzeitig. Solche Sammelpakete heißen ETF. Läuft es bei einer Firma schlecht, fangen die anderen das auf.

Ganz ohne Risiko ist das nicht. In schlechten Börsenjahren steht auf Ihrem Auszug weniger, als Sie eingezahlt haben. Über zwanzig oder dreißig Jahre hat sich das bisher immer wieder ausgeglichen, und am Ende blieb deutlich mehr übrig als mit Zinsen. Bei Riester war diese Anlage verboten, weil dort am Ende jeder eingezahlte Euro noch da sein musste. Deshalb steckt Ihr Geld bis heute zwar in sicheren, aber zinsarmen Papieren.

Vier Wege für Ihren
alten Vertrag

Ihr Riester-Vertrag hat Bestandsschutz und läuft mit allen alten Regeln weiter. Ab 2027 haben Sie vier Möglichkeiten. Erstens: Sie lassen alles, wie es ist. Zweitens: Sie behalten den Vertrag und melden Ihrem Anbieter, dass künftig die neue, höhere Förderung gelten soll. Drittens: Sie übertragen Ihr Guthaben in das neue Altersvorsorgedepot, der alte Vertrag endet dann. Viertens: Sie zahlen in den alten Vertrag nichts mehr ein und sparen ab 2027 im neuen Depot weiter. Die Förderung aus all den Jahren müssen Sie nicht zurückzahlen.

540 Euro vom Staat

Wer 150 Euro im Monat in das neue Depot einzahlt, erhält vom Staat 540 Euro pro Jahr. Auch kleinere Beträge lohnen sich, ab 120 Euro im Jahr gibt es Zulagen. Für jedes Kind kommt nochmal bis zu 300 Euro dazu. Wer jünger als 25 ist, bekommt einmalig 200 Euro obendrauf. Die Gewinne im Depot sind steuerfrei, solange das Geld dort liegt. Wer sich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchte, nimmt das Standarddepot. Da entscheidet die Bank nach festen Regeln. Mehr als ein Prozent Kosten im Jahr darf sie nicht nehmen.

Zehn Euro im Monat pro Kind

Für Kinder plant die Bundesregierung die sogenannte Frühstartrente. Vom sechsten bis zum 18. Geburtstag zahlt der Staat zehn Euro pro Monat in ein Depot auf den Namen des Kindes, ohne dass die Eltern einen Cent dazugeben müssen. Das sind 1.440 Euro, die dann jahrzehntelang weiterarbeiten. Los geht es ab 1. Januar 2027 mit Kindern der Jahrgänge 2020 und 2021, danach kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang dazu. Für ältere Kinder können Eltern nach jetzigem Stand selbst ein solches Depot eröffnen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht, Bundestag und Bundesrat entscheiden bis Jahresende.

Wann Sie an
Ihr Geld kommenAn Ihr Geld kommen Sie ab dem 65. Geburtstag. Wer früher an sein Erspartes will, muss die Zulagen zurückgeben, als Notgroschen taugt das Depot also nicht. Dafür haben Sie am Ende die Wahl zwischen einer Monatsrente auf Lebenszeit und einem Auszahlplan. Bis zu 30 Prozent dürfen Sie sich zu Beginn auf einen Schlag auszahlen lassen. Stirbt der Sparer während des Auszahlplans, geht der Rest an die Erben. cs
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