Ostholsteins Schulen sindfit für die Ganztagsbetreuung
Ab sofort gilt für Grundschulkinder der ersten Klasse der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Grundschulkinder der ersten Klassen haben ab sofort das Recht auf eine ganztägige Betreuung.Foto: Uwe Anspach/dpa
Kreis Ostholstein. Mit dem Ende der Sommerferien und dem neuen Schuljahr gilt in Schleswig-Holstein für Grundschulkinder der ersten Klasse der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Wie gut sind die Grundschulen in Ostholstein auf diesen Rechtsanspruch vorbereitet?In Eutin gibt es die Gustav-Peters-Grundschule mit drei Standorten. Dort wird seit Jahren Ganztagesbetreuung angeboten. „Insofern sind wir vorbereitet. Die Räumlichkeiten sind an den einzelnen Schulstandorten sowie an der Albert-Mahlstedt-Schule“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Die vorhandenen Kapazitäten in Eutin reichen für die Erfüllung des Rechtsanspruchs aus. Stein-Schmidt: „Für alle angemeldeten Kinder gibt es Plätze.“ Insgesamt sind 114 von 158 Schülerinnen und Schüler für die Ganztagsbetreuung angemeldet. Ein bisschen Verbesserungsbedarf gibt es dennoch: „Grundsätzlich wäre mehr Platz in der Nachmittagsbetreuung wünschenswert. Dies ist in der Gesamtschulplanung zu berücksichtigen.“In Oldenburg hatte die in den vergangenen Jahren stetig steigende Nachfrage nach Ganztagsbetreuungsplätzen bereits zu einem Raummangel an der Grundschule am Wasserquell geführt. Bürgermeister Jörg Saba: „Deshalb sanieren wir derzeit den sogenannten Kükenstall am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und wollen ihn dann für die Offene Ganztagsschule zur Verfügung stellen.“ Zudem habe man mit dem Träger eine neue vertragliche Grundlage geschaffen, um den Rechtsanspruch auch umsetzen zu können. In Zukunft werde – abhängig von den Schülerzahlen – mehr Personal eingesetzt. Für die Sanierung des Kükenstalls und die Herrichtung des Außengeländes werden rund 300.000 Euro investiert. Die Stadt geht davon aus, den Rechtsanspruch so umsetzen zu können. Aktuell liegen in Oldenburg 139 Anmeldungen vor.In Bad Schwartau sieht man sich gut vorbereitet. „Wir können problemlos alle Kinder aufnehmen“, sagt Timo Michaelsen, Amtsleiter für Bildung, Sport, Soziales und Kultur. In der Grundschule Schwartau sind 285 Kinder für die Ganztagsbetreuung angemeldet, davon 81 aus der ersten Klasse. In der Grundschule Cleverbrück sind 157 Kinder angemeldet, davon 38 Erstklässlerinnen und Erstklässler. Für alle seien genügend Plätze vorhanden. Dafür wurde frühzeitig investiert. In der Grundschule Schwartau wurde für eine Million Euro der Schulhof neu gestaltet. Die Betreute Grundschule habe bereits vor fünf Jahren neue Möbel bekommen und verfüge über eine große, moderne Mensa. „Die Grundschule Cleverbrück wird saniert, unter anderem mit neuer Mensa, neuen Räumlichkeiten für den Offenen Ganztag, neuem Schulhof und neuer Sporthalle“, erklärt Michaelsen. Die Kosten dafür liegen bei 29,5 Millionen Euro, unter anderem gefördert durch das Investitionsprogramm Ganztagsausbau.In Stockelsdorf ist man ebenfalls gut vorbereitet. Alle drei Grundschulen sollen baulich erweitert werden, dafür wurden bereits Fördergelder beantragt. Die Erich-Kästner-Schule wird als erste der drei Schulen umgebaut. „Die Ausführung des Rohbaus erfolgt ab Mitte September. Das Investitionsvolumen für das Gebäude beläuft sich auf circa 10,4 Millionen Euro“, erklärt Gemeindesprecherin Marlis Schütt. An der Grundschule Ravensbusch sowie der Gerhart-Hauptmann-Schule fehlen derzeit noch die Räumlichkeiten, trotzdem würden die vorhandenen Plätze für die Nachfrage ausreichen. An der Grundschule Ravensbusch sind 45 der 49 Erstklässlerinnen und Erstklässler für die Betreuung angemeldet, an der Gerhart-Hauptmann-Schule sind es 49 von 54 und an der Erich-Kästner-Schule 36 von 38.In Neustadt wurde ein neuer Gebäudetrakt für die Offene Ganztagsschule geplant und hierfür ein Fördermittelantrag beim Land gestellt. Bürgermeister Mirko Spieckermann: „Zudem musste das Betreuungspersonal zum Schuljahresbeginn aufgestockt werden; Personal wird weiterhin gesucht.“ Der derzeitige Bedarf an Plätzen könne aber gedeckt werden, wobei hierfür auch Räume der Grundschule genutzt werden müssten. „Wir haben aktuell 45 Anmeldungen aus der ersten Klasse, also mit Rechtsanspruch. Zudem sind aus den Klassen zwei bis vier 126 Kinder angemeldet“, berichtet der Bürgermeister. Grundsätzlich könne der Rechtsanspruch umgesetzt werden; mit dem schrittweise aufwachsenden Rechtsanspruch seien allerdings erhebliche Abstimmungs- und Koordinierungsbedarfe verbunden.In Ahrensbök werden vier Klassenräume und zwei Gruppenräume für Schulunterricht und Betreuung an das bereits bestehende Grundschulgebäude angebaut. Im Bestandsgebäude der Grundschule wird ein großer Raum nur für die Offene Ganztagsschule vorgehalten. Dafür werden 1,6 Millionen Euro investiert. „Wir haben 40 Neuanmeldungen aus den künftigen ersten Klassen, insgesamt sind 190 Kinder für die Ganztagsbetreuung angemeldet. Unser Platzangebot reicht da aus“, ist Bürgermeister Andreas Zimmermann sicher, dass die Umsetzung des Rechtsanspruchs in Ahrensbök ohne Probleme möglich ist.In Malente gibt es die offene Ganztagsschule ebenfalls schon länger, es wurden jetzt jedoch extra neue Räume in der Grundschule Malente für die Betreuung geschaffen. „Aktuell liegen für die Grundschule Sieversdorf 52 Anmeldungen, für die Grundschule Malente 148 und für die Gemeinschaftsschule 44 Anmeldungen durch alle Altersstufen vor. Es gibt keine Warteliste, und alle Anmeldungen können in der Betreuung berücksichtigt werden“, sagt Bürgermeister Heiko Godow. Da man zudem einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen messen könne, sehe man auch für die folgenden Jahre bisher keine Engpässe.In Heiligenhafen ist das Angebot der Ganztagsbetreuung bereits auf einen Stand gebracht, um den Bedarf decken zu können. „Hierfür wurden Räume aufwendig umgestaltet und ein Grundstück erworben, um auch künftig die Essensversorgung gewährleisten zu können. Die Umgestaltungen sowie der Grundstücksankauf inklusive der Kosten für einen Kücheneinbau belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Entsprechende Förderanträge sind gestellt, jedoch bisher nur in sehr überschaubarem Rahmen bewilligt“, erklärt Bürgermeister Kuno Brandt.Auf Fehmarn wird die Ganztagsbetreuung ausgebaut. Zu den bisherigen Räumen wurden zwei weitere in der Grundschule Burg hinzugewonnen. „Parallel wurde ein Ergänzungsbau der Grundschule Burg entworfen und eine Förderung beim Land beantragt. So sollen zwei neue Räume entstehen, welche ausschließlich für die Ganztagsschule genutzt werden“, erklärt Jennifer Haas, Teamleiterin beim Fachbereich Allgemeine Verwaltung, Bildung und Sport. In Landkirchen sollten die bestehenden Strukturen für die Nachfrage ausreichen. Haas: „Für beide Standorte gilt, dass auch zuvor niemals Kinder aufgrund von Kapazitätsmangel abgelehnt wurden.“ Die Anmeldezahlen hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren zudem nicht erhöht. swe
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