Starke Nerven für B76-Sanierung im Herbst
Fahrbahn wird erneuert – Baumaßnahmen zwischen 31. August und 31. Oktober – Das sind die Umleitungen.

Noch rollt der dichte Verkehr: Täglich nutzen Hunderte Autofahrer die Strandallee (B76) in Scharbeutz.Fotos: Hannah Detlefsen
Timmendorfer Strand/Scharbeutz. Urlaubszeit, bestes Wetter: Über die Strandallee in Scharbeutz schieben sich dicht an dicht Autos mit Kennzeichen aus Ostholstein und ganz Deutschland, außerdem Lastwagen, Roller und Motorräder. Doch die freie Fahrt hat bald ein Ende: Ab dem 31. August saniert der Landesbetrieb für Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) die B76 zwischen Scharbeutz und Timmendorfer Strand.

Dann brauchen alle Verkehrsteilnehmer starke Nerven. Bis voraussichtlich zum 31. Oktober erneuert der LBV von Scharbeutz ausgehend die beschädigte Fahrbahn in sechs Phasen – Vollsperrungen der jeweiligen Bauabschnitte inklusive. Rettungsdienste und Polizei können die Baubereiche allerdings passieren, versichert der LBV. 3,6 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme, finanziert wird das Ganze vom Bund.

Los geht es ab dem 31. August mit Bauabschnitt 1 an der Kreuzung Pönitzer Chaussee (B432)/Strandallee (B76). Einen genauen Zeitplan gibt es bisher nicht: „Die Termine für die Bauabschnitte werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben“, heißt es in einer LBV-Pressemitteilung. Auf LN-Anfrage erklärte die Landesbehörde allerdings, dass die einzelnen Bauabschnitte zwischen einer und drei Wochen benötigen werden.

Der nächste Bauabschnitt verläuft vom Knotenpunkt über die Strandallee bis zum Wohnmobilparkplatz am Hamburger Ring („Womohafen“). Bauabschnitt 3 geht von dort bis zum Kreisverkehr am Fachmarktzentrum (Hamburger Ring/Luschendorfer Straße).

Bauabschnitt 4 ist die Strecke vom Kreisel bis zum Gorch-Fock-Ring. „Das Fachmarktzentrum in Scharbeutz/Hamburger Ring wird zu jeder Zeit erreichbar sein“, verspricht der LBV. Dort sind Rewe und der dazugehörige Getränkemarkt sowie Rossmann, Penny, Takko und ein Sonnenstudio ansässig.

Der fünfte Abschnitt fällt als längster ins Gewicht: Vom Gorch-Fock-Ring saniert der LBV die Fahrbahn entlang der Wolfsschlucht bis zum Waldfriedhof (Timmendorfer Strand). „Um die Einschränkungen der Gewerbebetriebe zu reduzieren, wird im Bereich der Ostseetherme immer ein Parkplatz zur Verfügung stehen“, kündigt der LBV diesbezüglich an.

Der sechste Bauabschnitt verläuft vom Waldfriedhof bis zur Anschlussstelle L181/Lübecker Straße. Dieser werde gleichzeitig mit Bauabschnitt 1 und 2 (B76/B432/Strandallee) erfolgen, teilte der LBV gegenüber den LN mit.

Die Umleitung beginnt in Timmendorfer Strand an der Anschlussstelle Lübecker Straße (B76/L181) und führt über die L181 (Lübecker Straße/Seestraße) durch Hemmelsdorf zunächst in Richtung Ratekau. Am Ortsausgang Ratekau wechselt die Strecke auf die L309 (Eutiner Straße/Lübecker Straße), die weiter nach Norden über Pansdorf verläuft. Kurz vor dem Ortseingang Pönitz geht es dann auf die B432 (Scharbeutzer Straße/Pönitzer Chaussee), über die man schließlich in östlicher Richtung bis nach Scharbeutz gelangt. In Gegenrichtung verläuft die Umleitungsstrecke in umgekehrter Reihenfolge.

Auf der Strecke sind Busse der Autokraft (Deutsche Bahn) und der Stadtwerke Lübeck unterwegs. Eine Bahnsprecherin erklärt, dass die Buslinien 500, 501, 503, 504, 507, 521 und 521 betroffen sind. „Aufgrund der Aufteilung in sechs Abschnitte und einer jeweiligen Bauzeit von maximal zwei Wochen pro Abschnitt werden die Linienführungen und Haltestellen sich wöchentlich ändern.“ Fahrgäste sollten sich rechtzeitig unter www.dbregiobus-nord.de/fahrplan/verkehrsmeldungen/autokraft informieren.

Auf die eigene Webseite unter „Störungen und Beeinträchtigungen“ verweisen auch die Stadtwerke. „Von den Bauarbeiten an der B76 sind die Buslinien 40 und 42 der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) betroffen”, so ein Stadtwerke-Sprecher. Das Verkehrsunternehmen werde seine Fahrgäste in den kommenden Tagen über die baubedingten Fahrplananpassungen informieren.

„Die Sanierung der B76 ist notwendig und wichtig für die Infrastruktur und in Hinblick auf die Umleitungsverkehre auf die kommende Hinterlandanbindung“, erklärt Scharbeutz’ Bürgermeisterin Bettina Schäfer (parteilos) auf LN-Anfrage. Für Scharbeutz bedeute die Sanierung trotzdem „erhebliche Einschränkungen, insbesondere für unsere touristisch geprägte Wirtschaft“.

Die Bürgermeisterin erwartet, dass „Gastronomie, Einzelhandel und touristische Betriebe die Auswirkungen der Vollsperrungen deutlich spüren werden.“ Dennis Sontopski, Hauptamtsleiter von Timmendorfer Strand, betont, dass die Gemeinde frühzeitig zur Baustellenkoordinierung (inklusive der Umleitungen) beteiligt wurde, „sodass wir unsere Anregungen einbringen konnten.“

Für die Urlaubsregion zwischen Scharbeutz und Timmendorfer Strand wird der Herbst trotz notwendiger Sanierung eine Geduldsprobe – für Einheimische wie für Gäste. had

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