Modernisierung statt Schließung: Sparkasse plant Neubau in Grömitz
Konkretes Datum steht noch nicht fest – Investitionen von zehn Millionen Euro
in Ostholstein geplant – Pläne auch für Stockelsdorf und Oldenburg.

So sieht die aktuelle Sparkassen-Filiale in Grömitz aus. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden.Foto: Sebastian Rosenkötter
Grömitz. Zuletzt hatte es den Standort Neustadt getroffen: Mitte Juni hatte die Commerzbank dort ihren Geldautomaten abgebaut. Im Jahr zuvor hatte die Deutsche Bank dort ihre SB-Stelle geschlossen. Und auch die Sparkasse Südholstein hatte kürzlich die Schließung von neun Standorten – allerdings in Neumünster und den Kreisen Segeberg und Pinneberg – angekündigt.

Die Begründung der Kreditinstitute ist dabei immer gleich: Die Zahl der Kunden in den Filialen sinke, viele holten sich ihr Bargeld im Supermarkt statt am Geldautomaten, und Online-Banking sei sowieso gefragter.

Die Sparkasse Holstein geht da aktuell einen anderen Weg. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Oldesloe will den Grömitzer Standort durch einen Neubau ersetzen. Doch das ist nicht alles: Mit rund zehn Millionen Euro will die Bank außerdem die Filialen in Stockelsdorf und Oldenburg sanieren. Das hatte Sparkasse-Vorstand Michael Ringelhann Ende Juni angekündigt. Sprecher Björn Lüth erklärt jetzt, wie genau es weitergeht und was die Kundinnen und Kunden erwartet.

Darum wird die Grömitzer

Filiale nicht saniert

Die Lage in Grömitz schildert er wie folgt: „Insgesamt ist das Gebäude auch mit seinen Wohnungen, die bereits leergezogen sind, am Ende des Lebenszyklus angekommen.“ Eine Sanierung sei auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zielführend. Die Filiale selbst sei in die Jahre gekommen und entspreche nicht mehr einem modernen, kundenorientierten Auftritt.

Wann die Grömitzer Sparkasse abgerissen wird, verrät Lüth allerdings nicht. Fest steht: Der Neubau soll genau an derselben Stelle – also in der Wicheldorfstraße – errichtet werden. Björn Lüth kündigt helle, freundliche und moderne Räume und Ausstattungen auf Grundlage des Filialkonzeptes an.

Etwas konkreter sind die Planungen für die beiden anderen Standorte. In Oldenburg soll es spätestens im Oktober losgehen. Und auch in Stockelsdorf will man 2026 beginnen.

Die Strategie 2030

der Sparkasse

Insgesamt gibt es aktuell 14 personenbesetzte Filialen der Sparkasse Holstein im Kreis Ostholstein. Hinzu kommen 24 SB-Filialen. Sie alle sollen nach Angaben der Sparkasse auch in Zukunft eine Rolle spielen. Grundlage sei die Strategie 2030. Demnach wolle man an allen Standorten zwischen Fehmarn und Hamburg festhalten.

Die Sparkasse Holstein glaube an die Zukunft ihrer personenbesetzten Filialen, sagt Björn Lüth. Das würden auch die bisherigen Investitionsentscheidungen – wie der Bau neuer Filialen in Ahrensbök 2021 und Schönwalde 2022 – und die aktuellen Baumaßnahmen zeigen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass dies auch über 2030 hinaus so sein wird“, sagt der Sparkassen-Sprecher.

Dies habe auch Folgen für die Personalplanung. Die Sparkasse Holstein plant nach eigenen Angaben weiter mit rund 1000 Mitarbeitenden. Ein Abbau von Arbeitsplätzen werde ausgeschlossen. Daran ändere auch die verstärkte Nutzung von Künstlicher Intelligenz nichts.

Losgelöst davon stellt sich die Frage, ob es nicht reicht, online präsent zu sein und lediglich einige wenige Filialen mit Personal in großen Städten vorzuhalten? Björn Lüth entgegnet: „Bei der Sparkasse Holstein haben die Kundinnen und Kunden freie Wahl, welche Services oder Geschäfte sie online, an SB-Geräten oder persönlich in den Filialen durchführen möchten.“ Besonders bei wichtigen Lebensentscheidungen wie einer Baufinanzierung werde die persönliche Beratung gerne genutzt.

Außerdem betrachtet die Sparkasse Holstein die Nähe zu den Menschen und die Verankerung vor Ort als Alleinstellungsmerkmal und Teil des öffentlichen Auftrages. Bei Letztgenanntem gehe es um die Versorgung aller Bevölkerungskreise und der mittelständischen Wirtschaft mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen. ser
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