Abschied und Neuanfang spielten dabei zwar eine Rolle, doch dominierend war das Thema, das Thomas Kellers 18-jährige Amtszeit maßgeblich bestimmt hat: die feste Fehmarnbeltquerung mit den Folgen der Hinterlandanbindung für die Gemeinde Ratekau und ihre Nachbarn.
„In erster Linie wurden die
Maßnahmen beschlossen“
Eine Sorge wolle sie den Ostholsteinern nehmen, sagte Bettina Hagedorn: „Trotz der Kostenexplosion bei diesem Projekt bleibt es bei den Zusagen des Bundes für den übergesetzlichen Lärmschutz in Ostholstein.“ Zwar seien dafür 2020 Mittel von „nur“ 232 Millionen Euro beschlossen worden – „aber in erster Linie wurden die Maßnahmen beschlossen, unabhängig davon, was sie kosten“. Den übergesetzlichen Lärmschutz werde es geben, kündigte sie an, bei welchen Kostensteigerungen auch immer. „Das zahlt der Bund.“
Die Gemeinde belaste die unklare Zeitplanung des Großprojektes, erklärte Thomas Keller. „Bei der Baustellenkoordinierung stellt sich das Problem: Wir wissen nicht, was wann wo passiert – und können nicht entscheiden, was wir eigentlich tun müssen.“
Ein verlässlicher Zeitplan für Tunnel und Schienentrasse könne helfen, die Zeit bis dahin für Verbesserungen zu nutzen, meinte er. „Das betrifft unter anderem die mögliche Sanierung der kaputten Landesstraßen vor dem Bau, wie die L290 von Ratekau nach Sereetz“, erläuterte der Bürgermeister. Damit könne nicht erst nach dem Bau der Trasse, also vielleicht in zehn Jahren, begonnen werden – „denn so lange halten solche Straßen nicht mehr durch“.
Die kommende Zeit zu nutzen, sei auch für den Fortbestand der Bäderbahn wichtig, betonte Thomas Keller. Das betreffe etwa die Planung des neuen Bahnhofes in Ratekau, wo ein drittes Gleis nötig sei für die weitere Anbindung der Bäderorte über die Schiene. „Es ist wichtig, jetzt die Voraussetzungen zu schaffen, Pflöcke einzuschlagen.“ Doch dazu sei das Land nicht bereit. „Die Landesregierung lehnt die Bäderbahn weiterhin konsequent ab – aber das ist ja keine Lösung“, stellte Thomas Keller klar.
Neuer
Forderungskatalog
„Man muss eine Anbindung der Bäderorte über die Schiene haben“, bekräftigte Sandra Redmann. „Alles andere wäre verrückt.“ Derzeit würden jedoch die Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben. Die Gemeinden wollen weiter Druck machen.Ein weiteres Thema seien weitere Mittel aus dem Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Sportstätten, erklärte Thomas Keller. Die Gemeinde wolle sich 2027 darum bewerben, einen Kunstrasenplatz in Ratekau zu bauen.
Dessen Eröffnung wird er als Bürgermeister allerdings nicht mehr erleben. Für eine Ruhephase vor dem Aufbruch zu neuen Ufern bekam Thomas Keller von Bettina Hagedorn ein Buch und einen „kulinarischen Gutschein“. Dennis Jaacks erhielt von Sandra Redmann als Begrüßungsgeschenk Süßes – vielleicht eine gute Grundlage für das nächste Rathaus-Gespräch.