„2020 haben wir mit dem Projekt begonnen“, berichtet der Ratekauer Bürgermeister Thomas Keller (parteilos). Denn bereits damals war klar, dass der Gebäudekomplex am Techauer Weg seine besten Jahre hinter sich hat.
Die kleinere Halle (9x18,5 Meter) ist von 1957, die große (18x36 Meter) von 1977, weitere Anbauten kamen 1993 und 2000 hinzu. „Die Kalkulation für einen Neubau lag 2020 bei sieben Millionen Euro“, sagt Thomas Keller. „Das war zu viel, deshalb haben wir die Sanierung geplant.“
Fünf Jahre bis
zum Förderbescheid
Eine Machbarkeitsstudie ergab Sanierungskosten von 3,5 Millionen Euro. „Dafür haben wir Fördermittel beantragt“, erklärt der Bürgermeister – und ein langer, zäher Prozess folgte, mit Vorauswahl und vorläufigem Zuwendungsbescheid, Projektskizze und europaweiter Ausschreibung, Erstellung von Unterlagen samt Kostenberechnung und Erläuterungsbericht. „Fünf Jahre hat es bis zum endgültigen Förderbescheid gedauert“, berichtet Thomas Keller.Vom Bund gibt es aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ 1,3 Millionen Euro. Weitere knapp 500.000 Euro kommen aus dem Sportförderprogramm des Landes. Viel Geld – doch mittlerweile sind für die gesamte Auffrischung fünf Millionen Euro veranschlagt. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bürokratie die Kosten nach oben treibt“, sagt Thomas Keller verärgert.
Mit dem Geld werden die Hallen, die Umkleiden und die Sanitärbereiche entkernt und barrierefrei umgebaut. „Die Decke bleibt erhalten, aber wir setzen sechs Oberlichter ein, um die Beleuchtung zu verbessern“, erklärt Stefan Mäder vom Bauamt der Gemeinde, während er durch die große Halle geht. Die Anlage erhalte neue Sportschwingböden, neue Prallwände und neue Tore für die Lagerräume. „Auf der Zuschauertribüne richten wir eine Stellfläche für Rollstuhlfahrer ein, und von außen wird ein Fahrstuhl angebaut, über den alle Ebenen der Sporthalle barrierefrei zu erreichen sind.“
Neue Dämmung, Neue
Dächer, Photovoltaik
Weitere Maßnahmen betreffen die energetische Ertüchtigung: neue Dämmung, neue Dächer, Fassadensanierung, neue Wärmepumpe und Verlegung einer Photovoltaik-Anlage. Eine neue Lüftungsanlage wird ebenso eingebaut wie eine Brandmeldeanlage.
Die Verantwortlichen, darunter die Architekten Andreas Rossmann und Chantal Drescher von der Freien Planungs GmbH Schwerin, rechnen damit, dass bis zum Frühjahr 2027 alles fertig ist. Bis dahin müssen sich die 1040 aktiven Mitglieder des TSV Pansdorf mit Übergangslösungen arrangieren. „Es gibt ein Containerdorf für die Fußballer und den Schulsport“, sagt der Vorsitzende Jan Nellies. Und Schatzmeister Rüdiger Jürs ergänzt: „Für die Hallensportler haben wir Ausweichquartiere gefunden.“
Eine Belohnung für die Bauphase hat die Gemeinde für den TSV Pansdorf außerdem in petto: Die Anlage am Techauer Weg erhalte einen Kunstrasenplatz, kündigt der Bürgermeister an. „Die Arbeiten dafür beginnen Anfang Juli und werden vier bis fünf Wochen dauern“, sagt er. In diese Maßnahme investiere die Gemeinde weitere 420.000 Euro. Thomas Keller ist zufrieden: „Wenn das hier abgeschlossen ist, sind alle Sporthallen in der Gemeinde Ratekau saniert.“