Kinder spielten zu allen Zeiten mit dem, was sich in ihrer Fantasie dazu eignete. Das Spiel ist nach heutigen Erkenntnissen wichtig für die kindliche Entwicklung und fördert unter anderem die Fähigkeit zur Kreativität. „Wir möchten im Zeitalter von Spielekonsolen und Smartphones zeigen, wie ein Spiel mit viel Spaß auch ohne Spielzeuge möglich ist, wie schon vor mehr als 100 Jahren, als Spielzeug noch ein Luxusgut war“, sagt Marc Dobkowitz zu den Hintergründen des Aktionstags. Dem Vorsitzenden des Fördervereins ist es wichtig, zu zeigen, welchen Spaß die kleinen Dinge bereiten können: „Ein Stück Holz und ein Stein reichten aus, um sich an jedem Ort das Spielfeld für ‚Himmel und Hölle‘ aufzuzeichnen.“ Selbst die bunten Murmeln waren für die meisten Familien eine teure Kostbarkeit. Wer eine besaß, hütete sie wie einen Schatz. „Es wäre doch schön, wenn Eltern und Großeltern mit den Kindern in den eigenen Erinnerungen schwelgen“, wünscht sich der Vereinsvorsitzende für morgen.
Bereits im Jahr 1560 dokumentierte der flämische Pater Pieter Bruegel 91 Kinderspiele, von denen die meisten ohne besondere Spielzeuge auskamen. In der Regel wurden alltägliche Gegenstände für das Spiel genutzt und so auch die Tätigkeiten der Erwachsenen nachgeahmt und erlernt.