Anfang Juni hat Baden-Württemberg als erstes Bundesland flächendeckend das Rauchen in Freibädern verboten. Dort ist Rauchen nur noch erlaubt, wenn der Betreiber eine spezielle Raucherzone einrichtet. Gibt es einen solchen Bereich nicht, müssen die Fluppen in der Tasche bleiben.
Jeder BetreiberIn Schleswig-Holstein – und damit auch in Lübeck – gilt bisher kein generelles Rauchverbot in Freibädern. Jeder Betreiber entscheidet im Rahmen seines Hausrechtes für sich, ob Rauchen generell erlaubt, generell verboten oder nur in bestimmten Bereichen erlaubt ist.
In den beiden städtischen Freibädern Moisling und Schlutup ist im kommenden Jahr eine Verschärfung der aktuellen Regeln geplant, sagt Andy Fröhler, Chef der Lübecker Schwimmbäder. Bisher sei dort „das Rauchen ausschließlich an ausgewählten Standorten möglich, an denen Standaschenbecher stehen“.
Ab 2027 PavillonsEs gebe jedoch immer wieder Diskussionen, weil nicht klar erkennbar sei, dass das Rauchen nur im Bereich rund um die Aschenbecher erlaubt sei. Für die kommende Saison ist laut Fröhler vorgesehen, „das Rauchen auf jeweils einen zentralen Bereich pro Freibad zu konzentrieren“.
Es sollen Raucherunterstände in Form von Pavillons eingerichtet und mit entsprechenden Schildern versehen werden. „Ziel ist es, das Rauchen räumlich zu bündeln und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für die übrigen Badegäste zu erhöhen“, erklärt Fröhler.
Auch im Altstadtbad Krähenteich ist das Rauchen nicht überall erlaubt. Ein Rauchverbot gilt nach Angaben von Thomas Heuwer vom Förderverein Altstadtbad Krähenteich auf der Liegewiese, im Strandbereich und auf den Stegen. „Lediglich im gepflasterten und mit Tischen und Stühlen ausgestatteten Bereich um das Bistro herum ist das Rauchen gestattet“, betont Heuwer.
In den drei Lübecker Naturfreibädern Falkenwiese, Marli und Eichholz, die von einem gemeinnützigen Verein betrieben werden, sind keine generellen Rauchverbote geplant. „Unter unseren Gästen sind nur wenige Raucher und diese verhalten sich rücksichtsvoll“, sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Pawlowski.
Einweg-AschenbecherIm Naturfreibad Falkenwiese liegen in der Kaffee-Ecke Einweg-Aschenbecher bereit, die Raucher sich mit an ihren Platz nehmen können. Im Freibad Marli gibt es einen größeren Bistro-Bereich, dort ist Rauchen laut Pawlowski nur an einigen Tischen erlaubt.
Im Naturbad Eichholz am Kleinen See gebe es keinerlei Einschränkungen für Raucher. Pawlowski: „Das verläuft sich da. Die Raucher stellen sich dorthin, wo sie niemanden stören. Niemand zündet sich mitten in einer größeren Gruppe eine Zigarette an.“
Es habe bisher in keinem der drei Naturfreibäder Beschwerden über Raucher gegeben. „Daher sehen wir aktuell keinen Handlungsbedarf“, sagt Pawlowski.
Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums darf in Schleswig-Holstein „grundsätzlich im Freien geraucht werden“. Ein Rauchverbot gilt allerdings in Kindertageseinrichtungen und in Schulen. Und auch auf dem dazugehörigen Außengelände und auf öffentlichen Spielplätzen ist der Griff zur Zigarette nicht erlaubt.
Derzeit wird vielerorts auch rege über das Thema Rauchen am Strand diskutiert. In Scharbeutz gibt es zwei rauchfreie Strandabschnitte, in Pelzerhaken wird ein Abschnitt links der Seebrücke auf freiwilliger Basis als Nichtraucherstrand angeboten. In Timmendorf entschied sich die Kommunalpolitik Ende Mai gegen ein Rauchverbot am Strand.