So sollen die Neustädter
vom Neubau profitieren
Bürgerbüro, Ordnungsamt, Standesamt und Wohngeldstelle künftig an einem Ort.

Neustadts Bürgermeister Mirko Spieckermann (re., parteilos) ist mit Patrick Zondler, Abteilungsleiter Hochbau, im neuen Verwaltungsgebäude unterwegs. Von diesem wird es nach der Fertigstellung direkte Wege – Flure – in den bestehenden Rathaus-Anbau geben.Fotos: Sebastian Rosenkötter
Neustadt. Ein riesiger, grün lackierter Kran überragt die Großbaustelle neben dem Neustädter Rathaus. Hier – mitten im Zentrum der Stadt – wird seit Spätsommer 2024 an einem Neubau für die Verwaltung gearbeitet. 47 moderne Arbeitsplätze entstehen. Doch auch die Bürgerinnen und Bürger sollen aus mehreren Gründen von dem Anbau profitieren.

Mirko Spieckermann ist der Bürgermeister (parteilos) von Neustadt. Ihm unterstellt sind mehr als 400 Mitarbeitende. Einer von ihnen ist Patrick Zondler. Er leitet die Hochbauabteilung im Bauamt. Ende Mai sind die beiden – wie so oft in den vergangenen Monaten – zusammen auf der Baustelle unterwegs.

Das Bürgerbüro

wird barrierefrei

Sie zeigen den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Viele der späteren Büros sind aufgrund eingezogener Zwischenwände gut erkennbar. Im Erdgeschoss arbeiten zwei Handwerker am zukünftigen Bürgerbüro. Dieses befindet sich bislang neben dem Haupteingang des Rathauses und ist nicht barrierefrei erreichbar.

„Das wird in Zukunft anders sein. Alle Bereiche, die viel Bürgerverkehr haben, werden hier an einem Ort konzentriert“, sagt Spieckermann. Im Fokus stehen dabei neben dem Bürgerbüro das Ordnungsamt, das Standesamt sowie die Wohngeldstelle.

Bislang befinden sich diese Bereiche an unterschiedlichen Orten von Neustadt. Dies hat auch für Mitarbeitende Folgen. Sie können sich nicht immer schnell und persönlich austauschen, sondern müssen zunächst einige Hundert Meter Fußweg zurücklegen. „Ein Synergieeffekt des Neubaus wird es sein, dass wir Zeit sparen“, sagt der Bürgermeister.

Wobei es mit der Zeit so eine Sache ist – zumindest bezogen auf den neuen Verwaltungsneubau. Schließlich ist es bereits mehr als acht Jahre her, dass 18 Mitarbeitende aus dem alten Gebäude in der Rosenstraße aufgrund diverser baulicher Mängel und gesundheitsgefährdendem Schimmel ausziehen mussten. Sie wurden unweit der Post untergebracht. Anschließend sollte eigentlich flott ein Neubau her.

Doch daraus wurde nichts. Statt zu bauen, wurde über verschiedene Standorte, die Kosten und die Ausstattung des Neubaus diskutiert. Jahre vergingen.

So weit sind

die Bauarbeiten

Mittlerweile sieht es besser aus. Der Rohbau ist fast fertig. Weite Teile des hellen, sandfarbenen Klinkers sowie Fenster mit grauen Rahmen wurden angebracht und das Richtfest gefeiert. „Der Trockenbau läuft. Parallel werden Wände verputzt“, sagt Patrick Zondler.

Er rechnet damit, den Zeitplan halten zu können. Dieser sieht eine Inbetriebnahme im Sommer 2027 vor. Auch ist er optimistisch, dass der vergangene Winter mit ungewöhnlich langer Frostperiode keine negativen Auswirkungen haben wird. „Das hat uns sechs bis acht Wochen gekostet. Das wollen wir wieder reinholen“, sagt der Abteilungsleiter Hochbau.

Wer den etwa elf Millionen Euro teuren Neubau von außen betrachtet, dürfte sich fragen, warum die Fertigstellung mehr als ein Jahr dauern soll. Dazu sagt Patrick Zondler: „Es steht noch extrem viel Arbeit an. Einige Kilometer Leitungen und Kabel müssen verlegt werden. Zudem gibt es Trocknungszeiten beim Putz und Estrich, die eingehalten werden müssen.“ Und am Ende benötige man ein paar Wochen für die Inbetriebnahme.

Mirko Spieckermann hat in diesen Tagen nicht nur den Neubau im Blick, sondern auch die zukünftigen Angebote für die knapp 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Er will eine moderne Verwaltung mit vielen digitalen Angeboten schaffen. „Wir sind bereits gut aufgestellt, wollen unsere digitalen Prozesse aber weiter stärken. Dafür benötigen unsere Bürgerinnen und Bürger die Bundes ID. Dann kann man ganz viel alleine von der Couch aus machen“, sagt er und kündigt an, schon bald ausführlich darüber informieren zu wollen. ser

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