Aus für den Bauaktiv-Markt in Genin
Discounter schließt nach fünf Jahren am 30. Juni – Geschäftsleitung nennt Umsatzeinbrüche und starke Konkurrenz als Gründe.

Der Baumarkt-Discounter Bauaktiv in Lübeck-Genin schließt am 30. Juni endgültig seine Türen.Foto: HFR
Lübeck. Egal ob fürs Renovieren oder einen Umbau: Die Tage der günstigen Bau-Materialien aus dem Gewerbegebiet Genin sind gezählt. Der Discount-Baumarkt Bauaktiv macht fünf Jahre nach seiner Eröffnung wieder zu. Als Grund für die „Notbremse” wird die wirtschaftliche Lage in der Branche in Lübeck genannt. Der Markt schließt am 30. Juni.

„Wir ziehen die Konsequenz aus den dramatischen Umsatzeinbrüchen im deutschen Einzelhandel und aus der besonderen geschäftlichen Situation der Baumärkte“, erläutert Geschäftsführer Michael Thürke.

In den vergangenen Jahren habe eine starke Konzentration im Markt stattgefunden, wenige „Große“ seien marktbeherrschend, so Thürke. Der Discount-Baumarkt habe sich auf etwa 1000 Quadratmetern „als besonders preisgünstiger Nahversorger definiert“, so der Geschäftsführer. Man habe alles zum Renovieren bekommen können.

Konzept ist nicht
aufgegangen

Thürke weiter: „Wir haben versucht, auf einem Teil des ehemaligen Praktiker-Areals dieses neuartige Konzept in Lübeck zu etablieren. Dies hat leider nicht geklappt und wir müssen jetzt die Notbremse ziehen.“ Auch die Lebensmittel-Discounter hätten diesen Markt entdeckt und böten in regelmäßigen Abständen große Mengen an Farben, Schrauben und anderen Verbrauchsmaterialien „zu sehr aggressiven Preisen“ an.

„Aber auch die Konsumflaute, besonders in der Bau-Branche, merken wir extrem. Trotz guter Angebote kommen die Kunden nicht mehr.“ Das sei zu einem Teil auch den „über mehrere Jahre laufenden Baustellen in der Geniner Straße geschuldet“, so Thürke. „Wir bedauern es sehr, dass nach fünf Jahren die Geschichte des Bauaktiv Discount Baumarktes in Lübeck zu Ende geht.“

Schwierige Lage
für BaumärkteLaut Thürke verändere sich die gesamte Baumarkt-Branche „rasant“. Die Lebensmittel-Discounter, insbesondere Lidl, bauten ihr Baumarktsortiment im stationären wie auch im Online-Handel kontinuierlich aus. Garten- und Werkzeug-Artikel würden großflächig bei Kaufland platziert. Auch der Discounter Action versuche laut Thürke, ein Stück vom Kuchen abzubekommen.Der Gesamtmarkt schrumpfe nach der Corona-Krise, der Online-Anteil werde stärker und die Marktteilnehmer preisaggressiver. „Dies ist ein Trend, den man im gesamten deutschen Einzelhandel feststellen kann, der aber bei den Baumärkten verstärkt stattfindet. Somit war aus kaufmännischer Sicht letztlich keine andere Entscheidung möglich, als das Geschäft Mitte dieses Jahres zu schließen“, so Thürke. Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen. Der Baumarkt gewährt 20- bis 50-prozentige Rabatte.Bis Redaktionsschluss stand nicht fest, was aus dem Areal wird. und JAC
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