Feuerwehr-Einheit für schnelle Wiederbelebung
16 der 40 Ehrenamtler in Pansdorf für Einsatz bei Reanimationen ausgebildet.

Sie gehören zur neuen AED-Einheit der Feuerwehr Pansdorf: Knut Hansen (v.li.), Juliane Fabian, Caroline Pickel, Timo Kriza, Luca Propp und Marco Krebs.Foto: Sabine Jung
Pansdorf. „Innerorts kann die Feuerwehr oft schneller am Einsatzort sein“, sagt der Pansdorfer Wehrführer Marco Krebs. Und da bei Bewusstlosigkeit jede Sekunde zähle und jede Minute sowieso, wolle man „die therapiefreie Zeit bei Notfällen möglichst kurz halten“. Ein Ersatz für den Rettungsdienst sei die neue AED-Einheit nicht, betont er. „Der Rettungsdienst kommt auf jeden Fall. Aber wir können bis zu dessen Eintreffen die Sauerstoffversorgung und damit das Überleben sichern.“

Ein Pansdorfer Kamerad mit entsprechender Qualifikation hat 16 Feuerwehrfrauen und -männer aus der Ortswehr ausgebildet. „Es ist eine erweiterte Erste Hilfe“, erläutert Timo Kriza, ein Mitglied der neuen AED-Einheit. Die Ehrenamtler hätten unter anderem eine spezielle Art der Intubation zur Atemwegssicherung erlernt. Neben dem AED (Automatisierter Externer Defibrillator) – mit dem alle Feuerwehren in der Gemeinde Ratekau ausgestattet seien – gehören zwei Notfall-Rucksäcke zum Equipment: ein blauer mit der Aufschrift „Atmung“ und ein roter mit der Kennzeichnung „Blutung“.

Die Rucksäcke beinhalten auch unterschiedlich große Masken für Säuglinge, Kinder und Erwachsene. „Wir haben eine Fortbildung zur speziellen Kinder-Reanimation absolviert“, berichtet Feuerwehrfrau Juliane Fabian. Bewusstlosigkeit und/oder Atemprobleme bei Kindern seien meist auf Fremdkörper zurückzuführen, ergänzt Vize-Ortswehrführer Knut Hansen. „Bei Erwachsenen liegt hingegen meist eine Vorerkrankung vor.“

Die Pansdorfer Feuerwehr gehört zu den ersten Ortswehren in Ostholstein mit einer eigenen AED-Einheit. Die Ehrenamtler in Mori in der Gemeinde Stockelsdorf und Dahme rücken ebenfalls bei Reanimationsfällen aus, wenn der Disponent in der zen-tralen Leitstelle entsprechend entscheidet. Der Wunsch des Rettungsdienstes Holstein ist es, in möglichst vielen der 128 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis die Defi-Gruppen zu etablieren.

Die AED-Einheit in Pansdorf rücke mit zwei bis vier Leuten aus und habe sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von fünf Minuten am Einsatzort zu sein, erklärt Marco Krebs. Seit Bestehen der Defi-Gruppe, also seit Februar dieses Jahres, sei sie zweimal alarmiert worden. Brandschutz bleibe die Hauptaufgabe der Wehr, betonen die Aktiven. Doch sie können helfen, wenn der Rettungsdienst länger braucht – und das wiederum könnte mit Blick auf die zahlreichen Baustellen für die neue Hinterlandanbindung künftig öfter vorkommen. saj
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