Heiliger St. Jürgen: Eine Skulptur zieht um 1964 von Karlheinz Goedtke erschaffen – Patron der Stadt als Identifikationsfigur für die Schule.
Die Bronzeskulptur wird mit schwerem Gerät von ihrem alten Platz in der Kalkbrennerstraße entfernt.Foto: Holger KrögerLübeck. Sand und Staub wirbeln durch den Lübecker Stadtteil St. Jürgen. In der vergangenen Woche sind Arbeiter mit schwerem Gefährt in der Kalkbrennerstraße angerückt, baggerten und gruben eine Jahrzehnte alte Skulptur von ihrem altbekannten Platz aus. Denn sie sollte umziehen. Mittlerweile hat die betongraue Bronzeskulptur des Heiligen St. Jürgen ein neues Zuhause gefunden. Von ihrem Platz vor der ehemaligen Realschule St. Jürgen ging es in den etwa einen Kilometer entfernten Mönkhofer Weg. Dort steht seit 2009 die Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen, die die frühere, 1951 gegründete Schule ersetzt hat. „Wir wollten die Skulptur unbedingt wieder bei uns haben. Schließlich ist sie auch Teil unseres Schullogos“, erklärt Schuldirektorin Claudia Rees. 62 Jahre lang wachte der Stadtpa-tron stets über die Schüler, die täglich zum Unterricht in die Realschule St. Jürgen gingen. 1964 errichtete die Stadt Lübeck das Kunstwerk aus Bronze. Es war ein Entwurf des Möllner Künstlers Karlheinz Goedtke. Der zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach Ratzeburg und entwickelte bis zu seinem Tod 1995 etliche Skulpturen, Statuen und Denkmäler in Schleswig-Holstein. 1950 entstand in Mölln mit „Till Eulenspiegel“ seine erste Bronzeskulptur. Auch in Lübeck bereichern zahlreiche Goedtke-Werke wie „Die Eisengießer“ in Herrenwyk oder „Der Rabe und der Fuchs“ in Eichholz das Stadtbild. „Gerade die Schüler identifizieren sich sehr mit der Skulptur“, so Rees. „Viele tragen den Schulpullover, auf dem sie zu sehen ist.“ Die Stadt Lübeck hatte dem Antrag auf Verlegung der Skulptur zugestimmt. Durch den Schulverein wurde die Umsetzung finanziert. Allerdings hat die vom Sockel bis zur Spitze knapp 3,5 Meter messende Figur schon bessere Tage erlebt. Der Speer des Drachenbezwingers ist seit Jahren nicht mehr vollständig erhalten. „Wir suchen deshalb noch nach einem Reparateur“, sagt Rees. Um über die nächsten Schülergenerationen wachen zu können, sollte der Stadtpatron schließlich auch vernünftig ausgestattet sein. Von JOB